Für alle, die sich vor den Abiturvorbereitungen zum Landesabitur noch einmal klar machen möchten, welche Anforderungen gestellt werden:
http://lernarchiv.bildung.hessen.de/archiv/lehrplaene/gymnasium/deutsch/show_more?item_id=10849&simple_mode=1
Dieses Profil schließt einige Inhalte aus der Klasse 11 mit ein, d.h. für die Kenntnis der Literatur insbesonder die Epoche der Aufklärung und Strum&Drang und im Lernbereich "Reflexion über Sprache die Begriffe der Kommunikationsanalyse (insbesondere Schulz v. Thun).
Thursday, November 02, 2006
Wednesday, November 01, 2006
Deutsch-Klausur 11
Um was wird es gehen bei der Klausur?
Es wird um die Methoden und Fertigkeiten gehen, die Sie während der Oberstufe brauchen werden:
Texte (so wie geschrieben sind) verstehen und das Verständnis erklären. Dabei einschätzen lernen, wie sicher dies Verständnis durch Hinweise (Belege) aus dem Text von anderen geteilt wird.
Wir hatten als Beispiel in dem Text „Unterwegs“(Otto F. Walter) die Frage nach dem Alter des Kindes und wir konnten alle nachvollziehen, dass die Altersangabe mit einiger Präzision gemacht werden konnte. Bei der Frage nach dem Verhältnis des Kindes zum Vater war es ähnlich: der Text selbst mit seinen Wörtern belehrte uns darüber. Wir konnten auch sehen, dass der Text manches (mit Absicht) auch ganz unbestimmt lässt: das Verhältnis zur Mutter z.B. oder den Inhalt der schwarzen Koffer.
Was sich mit großer Sicherheit sagen lässt sich am Text mit Sicherheit und großer Gewissheit sagen; je weiter sich das Verständnis von den Wörtern des Textes löst, desto unsicherer wird, was man sagen kann über den Text.
Manches von dem, was man zunächst über einen Text glaubte sagen zu können stellt sich bei näherer Betrachtung als Hypothese heraus, die wahrscheinlich, möglicherweise oder vielleicht zutrifft.
Die Aufgaben der Klausur werden sein: einen Text hinsichtlich vorgegebener Fragestellungen erschließen und zur Beantwortung dieser Fragen Hypothesen erstellen und durch Hinweise auf den Text plausibel machen; dabei soll auch angegeben werden, ob diese Hypothese weitgehend sicher, möglich oder wahrscheinlich ist oder wo sie in (auch zulässige!!) Phantasie übergeht.
Es wird um die Methoden und Fertigkeiten gehen, die Sie während der Oberstufe brauchen werden:
Texte (so wie geschrieben sind) verstehen und das Verständnis erklären. Dabei einschätzen lernen, wie sicher dies Verständnis durch Hinweise (Belege) aus dem Text von anderen geteilt wird.
Wir hatten als Beispiel in dem Text „Unterwegs“(Otto F. Walter) die Frage nach dem Alter des Kindes und wir konnten alle nachvollziehen, dass die Altersangabe mit einiger Präzision gemacht werden konnte. Bei der Frage nach dem Verhältnis des Kindes zum Vater war es ähnlich: der Text selbst mit seinen Wörtern belehrte uns darüber. Wir konnten auch sehen, dass der Text manches (mit Absicht) auch ganz unbestimmt lässt: das Verhältnis zur Mutter z.B. oder den Inhalt der schwarzen Koffer.
Was sich mit großer Sicherheit sagen lässt sich am Text mit Sicherheit und großer Gewissheit sagen; je weiter sich das Verständnis von den Wörtern des Textes löst, desto unsicherer wird, was man sagen kann über den Text.
Manches von dem, was man zunächst über einen Text glaubte sagen zu können stellt sich bei näherer Betrachtung als Hypothese heraus, die wahrscheinlich, möglicherweise oder vielleicht zutrifft.
Die Aufgaben der Klausur werden sein: einen Text hinsichtlich vorgegebener Fragestellungen erschließen und zur Beantwortung dieser Fragen Hypothesen erstellen und durch Hinweise auf den Text plausibel machen; dabei soll auch angegeben werden, ob diese Hypothese weitgehend sicher, möglich oder wahrscheinlich ist oder wo sie in (auch zulässige!!) Phantasie übergeht.
Friday, September 29, 2006
Une page de Français
Hier kommen also die Sätze gefolgt von den Lösungen:
1. Nous nous sommes trouvés sur une plage avec beaucoup d’enfants. Entre ces enfants il n’y avait qu’une seule blanche.
2. Au fond de mon jardin il y des buissons. On peut très bien se cacher derrière ces buisson.
3. A cette université il y 90 matières enseignées. l’étudiant choisira entre ces90 matières enseignées
4. Je viens de présenter les données d’aujourd’hui. Nous travaillons sur ces donnés
5. L’emploi pour les jeunes c’est la priorité n°1. Vous voulez que le président se penche su cette priorité
6. L’amour est la voie. Je marche dans cette voie avec gratitude
1. Nous nous sommes trouvés sur une plage avec beaucoup d’enfants. Entre lesquels il n’y avait qu’une seule blanche.
2. Au fond de mon jardin il y des buissons derrière lesquels on peut très bien se cacher.
3. A cette université Il y 90 matières enseignées entre lesquelles l’étudiant choisira.
4. Je viens de présenter les données sur lesquelles nous travaillons aujourd’hui
5. L’emploi pour les jeunes est la priorité n°1 sur laquelle vous voudriez que votre président se penche!
6. L’amour est la voie dans laquelle je marche avec gratitude.
Für mehr Übungen zu dem gesamten Konplex bitte den folgenden link anklicken
http://www.city.londonmet.ac.uk/langstud/lfde2/relatif/relatif6Exercise.htm
Hier gibt es eine systematisierte Übung: die Sätze werden präsentiert , die Lösung in ein Kästchen geschrieben, man muss dann auf den rechts-Pfeil klicken, dann erscheint die richtige Lösung oberhalb des Striches auf der Seite zusammen mit der nächsten Aufgabe.
Dank an - Department of
Language Studie London City Guilhall
http://www.city.londonmet.ac.uk/langstud/lfde2/
alors, un bon weekend à vous tous! et n'oubliez pas: les plus important c'est
"don't panic!"....
1. Nous nous sommes trouvés sur une plage avec beaucoup d’enfants. Entre ces enfants il n’y avait qu’une seule blanche.
2. Au fond de mon jardin il y des buissons. On peut très bien se cacher derrière ces buisson.
3. A cette université il y 90 matières enseignées. l’étudiant choisira entre ces90 matières enseignées
4. Je viens de présenter les données d’aujourd’hui. Nous travaillons sur ces donnés
5. L’emploi pour les jeunes c’est la priorité n°1. Vous voulez que le président se penche su cette priorité
6. L’amour est la voie. Je marche dans cette voie avec gratitude
1. Nous nous sommes trouvés sur une plage avec beaucoup d’enfants. Entre lesquels il n’y avait qu’une seule blanche.
2. Au fond de mon jardin il y des buissons derrière lesquels on peut très bien se cacher.
3. A cette université Il y 90 matières enseignées entre lesquelles l’étudiant choisira.
4. Je viens de présenter les données sur lesquelles nous travaillons aujourd’hui
5. L’emploi pour les jeunes est la priorité n°1 sur laquelle vous voudriez que votre président se penche!
6. L’amour est la voie dans laquelle je marche avec gratitude.
Für mehr Übungen zu dem gesamten Konplex bitte den folgenden link anklicken
http://www.city.londonmet.ac.uk/langstud/lfde2/relatif/relatif6Exercise.htm
Hier gibt es eine systematisierte Übung: die Sätze werden präsentiert , die Lösung in ein Kästchen geschrieben, man muss dann auf den rechts-Pfeil klicken, dann erscheint die richtige Lösung oberhalb des Striches auf der Seite zusammen mit der nächsten Aufgabe.
Dank an - Department of
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http://www.city.londonmet.ac.uk/langstud/lfde2/
alors, un bon weekend à vous tous! et n'oubliez pas: les plus important c'est
"don't panic!"....
Monday, September 25, 2006
Doch noch eine Arbeit
Deutsch-Aufsatz 19.09.2006
Caroline Hesse
Da die Geschichte des Fausts sehr beliebt war und ist, haben sich viele Autoren an ihr versucht. Jedoch wurde die Person häufig in unterschiedlichen Facetten dargestellt. Die Beschreibungen reichen von dem bösen Teufelsbeschwörer bis hin zu einem, den bösen Mächten hilflos ausgelieferten Faust. Ich möchte im folgenden die Unterschiede der Fassungen von Marlowe („The historical history of the horrible and death of Doctor Faustus“) und Spieß („Historia von Dr. Fausten“), der wohl bekanntesten Faust Fassung von Goethe gegenüber stellen und klären, bis Vers 1525.
Die früheren Faust Geschichten von Marlowe und Spieß handeln von Faust, dem skrupellosen Teufelsbeschwörer, der auch schon diesen im 1. Kapitel ruft. Das heißt im Klartext Faust, der kein Interesse mehr an der Theologie hat und nach neuem Wissen mit Hilfe der Magie sucht, ruft also bewusst den Teufel herbei. Er lässt sich dann, in der Spieß-Fassung, auf einen Pakt mit dem Teufel Mephisto ein. Für 24 Jahre wird Mephisto Faust dienen und ihm jeden Wunsch erfüllen, im Gegenzug dazu bekommt der Teufel seine Seele nach Ablauf der Frist. In diesen 24 Jahren lässt Faust den Teufel wirklich alles tun, sein Verhalten wirkt beinahe verschwenderisch. Am Ende der Frist wird Faust mit viel Qual und Schmerz in die Hölle hinab genommen, als Einlösung für den Pakt. Aber die schreckliche Höllenfahrt des Faust wird zu der Zeit von Marlowe und Spieß auch als gerechte christliche Strafe für seinen Umgang mit dem Teufel und seiner ausgiebigen Auslebung der Triebe während der 24 Jahre angesehen.
Der Unterschied zu der Fassung Goethes besteht darin, dass Goethes Faust keinerlei Absicht hat den Teufel zu sich zu rufen. Der Teufel kommt zu ihm, in Gestalt eines Pudels. Dies hängt damit zusammen, das der Teufel und Gott eine Wette abgeschlossen haben. Gott glaubt nicht, dass Mephisto diesen klugen Mann vom rechten Weg abbringen kann. Der Teufel will ihm das Gegenteil beweisen. Ein weiteres Indiz dafür, dass Faust keinerlei Interesse daran hat das Böse anzuziehen, ist das Pentagramm, das Zeichen zum Schutz gegen alles Böse, das sich vor seiner Tür befindet.
Der Magie hat sich Faust auch nur aus dem Grunde zugewannt, da er durch normale „Techniken“ nicht die Grenze seines menschlichen Wissens überschreiten kann. Er beherrscht es zwar auch, einen Erdengeist zu beschwören, jedoch ist ihm danach eindeutig klar, dass er um den Geist halten zu können, eindeutig zu schwach ist. Auch in der Lage zu sein den Pudel zu zwingen seinen wahren „Kern“ preis zu geben, zeugt in dieser Szene eher von Zufall, da der Pudel „Mephisto“ durch das nicht ganz geschlossene Pentagramm zwar eintreten konnte, aber nicht mehr heraus kann. Der Teufel hat also keine andere Wahl als sein wahres Wesen zu diesem Zeitpunkt zu zeigen. Die Handlung nach der „Entkernung“ des Pudels zeigt auch wieder wie viel Einfluss bzw. Macht der Teufel auf Faust, und wie wenig Einfluss Faust auf den Teufel hat. Der Teufel lässt Faust ohne große Schwierigkeiten einschlafen, so dass er fliehen kann. Das ist ein interessanter Gedanke, den man etwas deutlicher ausführen sollte
Die Figur, die also die Fäden in der Hand zu halten scheint, ist Mephisto. Von ihm geht die Initiative aus. Er verfolgt Faust als Pudel und unterbreitet ihm später auch das Angebot ihm so lange zu dienen, bis dessen Wissensdurst ja aber das ist kein akademischer Wissensdurst, sondern das Serhen nach dem „was der ganzen Menschheit zugeteilt ist“gestillt ist. Faust wird als eine Person dargestellt, die zwar unendlich schlau klug, gebildet ist, aber gerade durch ihren Durst nach Wissen, von dem Teufel benutzt werden kann. Da dieser ja seine Wette im Himmel gewinnen möchte. Faust hat keinerlei Kontrolle über den Teufel, er möchte den Teufel zwar „nutzen“, da dieser ihm ungeheuer viel Wissen bescheren kann, doch Mephisto trifft trotzdem allein die Entscheidungen.
In der Fassung von Goethe wird Faust als Opfer dargestellt, der vom Teufel verfolgt wird. Der ihn nicht aktiv beschwor, und der quasi den Mächten „von oben“ ausgeliefert ist. Bei den Fassungen von Marlowe und Spieß wird Faust als der Täter beschrieben, der zwar am Ende grausam zu Tode kommt, dennoch den Teufel bewusst beschwor. Beide Figuren teilen den Drang zu höherem Wissen zu gelangen. Dennoch passt die Art und Weise wie der Faust in Marlowe die 24 Jahre Dienerschaft des Teufels nutzt nicht zu dem Faust in Goethe. Goethes Faust würde niemals die 7 Succuben oder die schöne Helena herbei sehnen.
Die Unterschiede in der Darstellung des Faust haben natürlich vordergründig etwas mit der Zeit zu tun in denen die Fassungen geschrieben wurden. Zur Zeit des Marlowe und Spieß war alles Wissen außerhalb der Theologie und jedes Denken und Handeln was in irgendeiner Weise von der Kirche abwich, teuflisch und verboten. Zur Zeit von Goethe, die „Sturm und Drang“ war jede Art von Aufbegehren und anders denken selbstverständlich. Dass lässt nun auch abschließend erkennen, warum die Darstellung des Fausts so unterschiedlich in den hier angeführten drei Fassungen ist.
Das ist ja ein sehr ordentlicher Text, der auch gegliedert ist, ohne dass Sie es angegeben haben.
Sie kommen zu fundierten Meinungen und Bewertungen und halten sich kaum mit langweiligen Wiedergaben auf.
Caroline Hesse
Da die Geschichte des Fausts sehr beliebt war und ist, haben sich viele Autoren an ihr versucht. Jedoch wurde die Person häufig in unterschiedlichen Facetten dargestellt. Die Beschreibungen reichen von dem bösen Teufelsbeschwörer bis hin zu einem, den bösen Mächten hilflos ausgelieferten Faust. Ich möchte im folgenden die Unterschiede der Fassungen von Marlowe („The historical history of the horrible and death of Doctor Faustus“) und Spieß („Historia von Dr. Fausten“), der wohl bekanntesten Faust Fassung von Goethe gegenüber stellen und klären, bis Vers 1525.
Die früheren Faust Geschichten von Marlowe und Spieß handeln von Faust, dem skrupellosen Teufelsbeschwörer, der auch schon diesen im 1. Kapitel ruft. Das heißt im Klartext Faust, der kein Interesse mehr an der Theologie hat und nach neuem Wissen mit Hilfe der Magie sucht, ruft also bewusst den Teufel herbei. Er lässt sich dann, in der Spieß-Fassung, auf einen Pakt mit dem Teufel Mephisto ein. Für 24 Jahre wird Mephisto Faust dienen und ihm jeden Wunsch erfüllen, im Gegenzug dazu bekommt der Teufel seine Seele nach Ablauf der Frist. In diesen 24 Jahren lässt Faust den Teufel wirklich alles tun, sein Verhalten wirkt beinahe verschwenderisch. Am Ende der Frist wird Faust mit viel Qual und Schmerz in die Hölle hinab genommen, als Einlösung für den Pakt. Aber die schreckliche Höllenfahrt des Faust wird zu der Zeit von Marlowe und Spieß auch als gerechte christliche Strafe für seinen Umgang mit dem Teufel und seiner ausgiebigen Auslebung der Triebe während der 24 Jahre angesehen.
Der Unterschied zu der Fassung Goethes besteht darin, dass Goethes Faust keinerlei Absicht hat den Teufel zu sich zu rufen. Der Teufel kommt zu ihm, in Gestalt eines Pudels. Dies hängt damit zusammen, das der Teufel und Gott eine Wette abgeschlossen haben. Gott glaubt nicht, dass Mephisto diesen klugen Mann vom rechten Weg abbringen kann. Der Teufel will ihm das Gegenteil beweisen. Ein weiteres Indiz dafür, dass Faust keinerlei Interesse daran hat das Böse anzuziehen, ist das Pentagramm, das Zeichen zum Schutz gegen alles Böse, das sich vor seiner Tür befindet.
Der Magie hat sich Faust auch nur aus dem Grunde zugewannt, da er durch normale „Techniken“ nicht die Grenze seines menschlichen Wissens überschreiten kann. Er beherrscht es zwar auch, einen Erdengeist zu beschwören, jedoch ist ihm danach eindeutig klar, dass er um den Geist halten zu können, eindeutig zu schwach ist. Auch in der Lage zu sein den Pudel zu zwingen seinen wahren „Kern“ preis zu geben, zeugt in dieser Szene eher von Zufall, da der Pudel „Mephisto“ durch das nicht ganz geschlossene Pentagramm zwar eintreten konnte, aber nicht mehr heraus kann. Der Teufel hat also keine andere Wahl als sein wahres Wesen zu diesem Zeitpunkt zu zeigen. Die Handlung nach der „Entkernung“ des Pudels zeigt auch wieder wie viel Einfluss bzw. Macht der Teufel auf Faust, und wie wenig Einfluss Faust auf den Teufel hat. Der Teufel lässt Faust ohne große Schwierigkeiten einschlafen, so dass er fliehen kann. Das ist ein interessanter Gedanke, den man etwas deutlicher ausführen sollte
Die Figur, die also die Fäden in der Hand zu halten scheint, ist Mephisto. Von ihm geht die Initiative aus. Er verfolgt Faust als Pudel und unterbreitet ihm später auch das Angebot ihm so lange zu dienen, bis dessen Wissensdurst ja aber das ist kein akademischer Wissensdurst, sondern das Serhen nach dem „was der ganzen Menschheit zugeteilt ist“gestillt ist. Faust wird als eine Person dargestellt, die zwar unendlich schlau klug, gebildet ist, aber gerade durch ihren Durst nach Wissen, von dem Teufel benutzt werden kann. Da dieser ja seine Wette im Himmel gewinnen möchte. Faust hat keinerlei Kontrolle über den Teufel, er möchte den Teufel zwar „nutzen“, da dieser ihm ungeheuer viel Wissen bescheren kann, doch Mephisto trifft trotzdem allein die Entscheidungen.
In der Fassung von Goethe wird Faust als Opfer dargestellt, der vom Teufel verfolgt wird. Der ihn nicht aktiv beschwor, und der quasi den Mächten „von oben“ ausgeliefert ist. Bei den Fassungen von Marlowe und Spieß wird Faust als der Täter beschrieben, der zwar am Ende grausam zu Tode kommt, dennoch den Teufel bewusst beschwor. Beide Figuren teilen den Drang zu höherem Wissen zu gelangen. Dennoch passt die Art und Weise wie der Faust in Marlowe die 24 Jahre Dienerschaft des Teufels nutzt nicht zu dem Faust in Goethe. Goethes Faust würde niemals die 7 Succuben oder die schöne Helena herbei sehnen.
Die Unterschiede in der Darstellung des Faust haben natürlich vordergründig etwas mit der Zeit zu tun in denen die Fassungen geschrieben wurden. Zur Zeit des Marlowe und Spieß war alles Wissen außerhalb der Theologie und jedes Denken und Handeln was in irgendeiner Weise von der Kirche abwich, teuflisch und verboten. Zur Zeit von Goethe, die „Sturm und Drang“ war jede Art von Aufbegehren und anders denken selbstverständlich. Dass lässt nun auch abschließend erkennen, warum die Darstellung des Fausts so unterschiedlich in den hier angeführten drei Fassungen ist.
Das ist ja ein sehr ordentlicher Text, der auch gegliedert ist, ohne dass Sie es angegeben haben.
Sie kommen zu fundierten Meinungen und Bewertungen und halten sich kaum mit langweiligen Wiedergaben auf.
Letzte Arbeit zu Faust
Faust und die dunklen Mächte
Gliederung:
1.Verzweiflung Fausts und Verfall an die Magie
2.Faust und die „weißen Mächte“
3.Fausts seelischer Zustand
4.Beschwörungsversuche
Zeichen des Makrokosmos
Erdgeist
5.Fausts „Sorge“ und Selbstmordversuch
6.Mephisto und der Pakt
Die Gliederung bleibt zu formal, es wird nicht klar, welche Gedanken hinter den Punkten stehen
1.Faust ist ein Wissenschaftler und ist seinem Wissensdrang verfallen. Er hat alle Fächer studiert, die es zu seiner Zeit gab möglichen Sachen studiert und ist immer noch nicht zufrieden mit seinen Wissensstand(Z. 354-359), obwohl er alles der damaligen Zeit erfasste. Faust hat sich als Ziel gesetzt die Zusammenhänge der Welt zu erkennen(Z.382-383. Faust ist besorgt verzweifelt darüber, dass er durch sein Studium nicht zu dieser Erkenntnis gekommen ist(„Es möchte kein Hund so länger leben“, z.376) und sieht als einzig möglichen Weg die Magie um diese welche? Zusammenhänger zu erkennen(Z.377-379). Die Magie stellt die einzige Lösung zu Fausts Problemen dar.
2. Schon Fausts Vater war Alchemist, was man aus der Szene im Studierzimmer entnehmen kann und gab sich der weißen Magie hin. Unter der weißen Magie versteht man die Heilung und Nutzung der Kräfte der Natur zum Wohle des Menschen. Faust wurde durch seinen Vater in der Kindheit schon damit konfrontiert. Außerdem erwähnt er in seinem Anfangsprolog monolog, dass er auch Medizin studiert hat. Von seiner Aussage, dass ihm all sein Studium nichts gebracht hat, kann man daraus schließen, dass auch die weiße Magie ihm nicht geholfen hat die Zusammenhänge der Welt zu erkennen. Faust weiß, dass ihm die Welt nichts neues beibringen kann. Aus dem Diesseits hat er schon alle Erkenntnis. Deshalb geht er über zu der Magie und den dunklen Mächten, die überirdisch und jenseits sind und zudem ist er interessiert an allem Magischem(z.B. der dem schwarzen Pudel).
3.Fausts Verhalten zu den dunklen Mächten ist geprägt von seinem seelischen Zustand. Faust schwankt ständig zwischen Euphorie und Depression. Dabei gibt ihm die Magie neue Energie und er wird bei Kontakten zu der Geisterwelt aus seinen Depressionen gerissen. Er wird dabei in einen solchen Zustand versetzt, dass er sich den dunklen Mächten überlegen fühlt. Das kann man so generell nicht sagen. Das Erlebnis mit dem Erdgeist ist hier besonders zu sehen
4. Um die Zusammenhänge der Welt zu erkennen, versucht Faust Geister zu beschwören.
Zuerst versucht er eine Verbindung zu dem Zeichen des Makrokosmos herzustellen, welches die Beziehungen zwischen dem Menschen und dem All darstellt. Dadurch fühlt sich Faust mit der Natur verbunden(„Ich schau in diesen reinen Zügen/die wirkende Natur vor meiner Seele liegen“, Z. 439) und kommt sich deshalb wie ein Gott vor(ca. Z.400). Jedoch wird er wieder schnell aus seiner Euphorie und Machtvorstellung gerissen, als er erkennt, dass das Zeichen nur ein einfaches Bild ist. Er wendet sich enttäuscht ab(Z.454), weil er die Natur nicht „fassen“ kann.
Zuletzt beschwört er noch den Erdgeist dessen Erscheinen zu seiner eigenen Überraschung die seiner Spontaneität ich weiß nicht, was das Wort hier bedeuten soll überfordert. Der Erdgeist ist der Geist des Handelns und der Tat und stellt den Geist der Natur dar. Faust beschwört ihn leidenschaftlich8Z.481). Während das Zeichen des Makrokosmos Fausts „Innres Toben stillt“, wühlt der Geist ihn innerlich auf. "Alle meine Sinne sich erwühlen“, Z.459. Deshalb scheitert Faust beim Anblich des Erdgeistes. Jedoch fühlt er sich in seiner Euphorie ihm überlegen, als er sich als „Ebenbild der Gottheit“ beschreibt(Z.516). Die Ablehnung des Geistes versetzt ihn zurück in seien Schranken und er verzweifelt, weil die Materialität seiner Existenz ihn gefesselt hält(vgl. 634).
5.Daruas ergibt sich Fausts Sorge, die mit einem Selbstmordversuch endet. Faust wird nach der Begegnung mit dem Erdgeist mit Sorgen konfrontiert(„Die Sorge nistet gleich tief ins Herzen“, Z.644). Sorgen hindern den Menschen an seiner Aktivität, also seiner Selbstentwicklung, was Fausts Ziel ist. Das ist eine sehr gute Einsicht Die Sorge ist nur ein Phänomen des Diesseits und Faust erkennt, dass er den Göttern nicht gleichgestellt ist(“Den Göttern gleich ich nicht“, Z.652). Faust wird wieder in eine Tiefe Depression gestürzt und will sich selbst vergiften. Außerdem denn er glaubt, dass er mit dem Tod „neue Sphären“ reiner Tätigkeit gewinnen kann(Z.705).
6.Durch Mephisto und seinen Pakt ist Faust endgültig mit den dunklen Mächten verbunden und losgelöst von allem anderen. Bei seinem Dialog mit Mephisto fühlt sich Faust wieder überlegen wie bei dem Erdgeist, weil Mephisto nicht den Raum verlassen kann. Das steigert Fausts Euphorie und sein Gefühl von Macht. Jedoch weiß Faust nicht, dass er von Mephisto verführt und getäuscht wird. Faust ist lediglich eine Schachfigur Mephistos. Mephisto kam nur wegen der Wette mit Gott zu Faust und nicht aus Interessen an ihm, wie Faust glaubt. Weil Faust das nicht weiß, fühlt er sich den dunklen Mächten überlegen und beschließt somit den Pakt, der eine Inszenierung Mephistos ist. Faust glaubt die Schwächen Mephistos auszunutzen und holt so den Vertrag zu seinem angeblichen Nutzen. Fausts Wissensdrang ist unendlich und er will zu einem vollkommenen Menschen streben, wobei dieser Weg nie enden wird. Das macht den Pakt für Faust attraktiv, weil er glaubt, dass es keinen Zustand vollkommener Zufriedenheit gibt. So gibt er sich unwissend dem Plan Mephistos hin und hat zu den dunklen Mächten eine offene Beziehung die er widerstandslos akzeptiert.
Ja, das ist bis in die Sprachgebung hinein eine gute bis sehr gute Lösung, die vor allem inhaltlich und gedanklich auf eine angemessene Höhe kommt. Auch die externen Quellen, die Sie benutzt haben, werden hier geschickt und selbständig verarbeitet.Kleine stilistische und sprachliche Fehler stören nicht sehr.
Gliederung:
1.Verzweiflung Fausts und Verfall an die Magie
2.Faust und die „weißen Mächte“
3.Fausts seelischer Zustand
4.Beschwörungsversuche
Zeichen des Makrokosmos
Erdgeist
5.Fausts „Sorge“ und Selbstmordversuch
6.Mephisto und der Pakt
Die Gliederung bleibt zu formal, es wird nicht klar, welche Gedanken hinter den Punkten stehen
1.Faust ist ein Wissenschaftler und ist seinem Wissensdrang verfallen. Er hat alle Fächer studiert, die es zu seiner Zeit gab möglichen Sachen studiert und ist immer noch nicht zufrieden mit seinen Wissensstand(Z. 354-359), obwohl er alles der damaligen Zeit erfasste. Faust hat sich als Ziel gesetzt die Zusammenhänge der Welt zu erkennen(Z.382-383. Faust ist besorgt verzweifelt darüber, dass er durch sein Studium nicht zu dieser Erkenntnis gekommen ist(„Es möchte kein Hund so länger leben“, z.376) und sieht als einzig möglichen Weg die Magie um diese welche? Zusammenhänger zu erkennen(Z.377-379). Die Magie stellt die einzige Lösung zu Fausts Problemen dar.
2. Schon Fausts Vater war Alchemist, was man aus der Szene im Studierzimmer entnehmen kann und gab sich der weißen Magie hin. Unter der weißen Magie versteht man die Heilung und Nutzung der Kräfte der Natur zum Wohle des Menschen. Faust wurde durch seinen Vater in der Kindheit schon damit konfrontiert. Außerdem erwähnt er in seinem Anfangsprolog monolog, dass er auch Medizin studiert hat. Von seiner Aussage, dass ihm all sein Studium nichts gebracht hat, kann man daraus schließen, dass auch die weiße Magie ihm nicht geholfen hat die Zusammenhänge der Welt zu erkennen. Faust weiß, dass ihm die Welt nichts neues beibringen kann. Aus dem Diesseits hat er schon alle Erkenntnis. Deshalb geht er über zu der Magie und den dunklen Mächten, die überirdisch und jenseits sind und zudem ist er interessiert an allem Magischem(z.B. der dem schwarzen Pudel).
3.Fausts Verhalten zu den dunklen Mächten ist geprägt von seinem seelischen Zustand. Faust schwankt ständig zwischen Euphorie und Depression. Dabei gibt ihm die Magie neue Energie und er wird bei Kontakten zu der Geisterwelt aus seinen Depressionen gerissen. Er wird dabei in einen solchen Zustand versetzt, dass er sich den dunklen Mächten überlegen fühlt. Das kann man so generell nicht sagen. Das Erlebnis mit dem Erdgeist ist hier besonders zu sehen
4. Um die Zusammenhänge der Welt zu erkennen, versucht Faust Geister zu beschwören.
Zuerst versucht er eine Verbindung zu dem Zeichen des Makrokosmos herzustellen, welches die Beziehungen zwischen dem Menschen und dem All darstellt. Dadurch fühlt sich Faust mit der Natur verbunden(„Ich schau in diesen reinen Zügen/die wirkende Natur vor meiner Seele liegen“, Z. 439) und kommt sich deshalb wie ein Gott vor(ca. Z.400). Jedoch wird er wieder schnell aus seiner Euphorie und Machtvorstellung gerissen, als er erkennt, dass das Zeichen nur ein einfaches Bild ist. Er wendet sich enttäuscht ab(Z.454), weil er die Natur nicht „fassen“ kann.
Zuletzt beschwört er noch den Erdgeist dessen Erscheinen zu seiner eigenen Überraschung die seiner Spontaneität ich weiß nicht, was das Wort hier bedeuten soll überfordert. Der Erdgeist ist der Geist des Handelns und der Tat und stellt den Geist der Natur dar. Faust beschwört ihn leidenschaftlich8Z.481). Während das Zeichen des Makrokosmos Fausts „Innres Toben stillt“, wühlt der Geist ihn innerlich auf. "Alle meine Sinne sich erwühlen“, Z.459. Deshalb scheitert Faust beim Anblich des Erdgeistes. Jedoch fühlt er sich in seiner Euphorie ihm überlegen, als er sich als „Ebenbild der Gottheit“ beschreibt(Z.516). Die Ablehnung des Geistes versetzt ihn zurück in seien Schranken und er verzweifelt, weil die Materialität seiner Existenz ihn gefesselt hält(vgl. 634).
5.Daruas ergibt sich Fausts Sorge, die mit einem Selbstmordversuch endet. Faust wird nach der Begegnung mit dem Erdgeist mit Sorgen konfrontiert(„Die Sorge nistet gleich tief ins Herzen“, Z.644). Sorgen hindern den Menschen an seiner Aktivität, also seiner Selbstentwicklung, was Fausts Ziel ist. Das ist eine sehr gute Einsicht Die Sorge ist nur ein Phänomen des Diesseits und Faust erkennt, dass er den Göttern nicht gleichgestellt ist(“Den Göttern gleich ich nicht“, Z.652). Faust wird wieder in eine Tiefe Depression gestürzt und will sich selbst vergiften. Außerdem denn er glaubt, dass er mit dem Tod „neue Sphären“ reiner Tätigkeit gewinnen kann(Z.705).
6.Durch Mephisto und seinen Pakt ist Faust endgültig mit den dunklen Mächten verbunden und losgelöst von allem anderen. Bei seinem Dialog mit Mephisto fühlt sich Faust wieder überlegen wie bei dem Erdgeist, weil Mephisto nicht den Raum verlassen kann. Das steigert Fausts Euphorie und sein Gefühl von Macht. Jedoch weiß Faust nicht, dass er von Mephisto verführt und getäuscht wird. Faust ist lediglich eine Schachfigur Mephistos. Mephisto kam nur wegen der Wette mit Gott zu Faust und nicht aus Interessen an ihm, wie Faust glaubt. Weil Faust das nicht weiß, fühlt er sich den dunklen Mächten überlegen und beschließt somit den Pakt, der eine Inszenierung Mephistos ist. Faust glaubt die Schwächen Mephistos auszunutzen und holt so den Vertrag zu seinem angeblichen Nutzen. Fausts Wissensdrang ist unendlich und er will zu einem vollkommenen Menschen streben, wobei dieser Weg nie enden wird. Das macht den Pakt für Faust attraktiv, weil er glaubt, dass es keinen Zustand vollkommener Zufriedenheit gibt. So gibt er sich unwissend dem Plan Mephistos hin und hat zu den dunklen Mächten eine offene Beziehung die er widerstandslos akzeptiert.
Ja, das ist bis in die Sprachgebung hinein eine gute bis sehr gute Lösung, die vor allem inhaltlich und gedanklich auf eine angemessene Höhe kommt. Auch die externen Quellen, die Sie benutzt haben, werden hier geschickt und selbständig verarbeitet.Kleine stilistische und sprachliche Fehler stören nicht sehr.
Weitere Arbeit zu Faust
Der Weg Fausts von der Eingangsklage bis zur Verfluchung der Welt
Das Thema meines Aufsatzes ist der Weg Fausts von der Eingangsklage über seine Unwissenheit bis hin zur Verfluchung der irdischen Welt. Ich werde in meinem Aufsatz den Ablauf der Handlungen und Gedanken Fausts, sowie die Veränderungen seiner Gefühlslage behandeln. Außerdem werde ich mich mit der Frage beschäftigen ob, und wenn ja, durch wen oder was Faust auf diesem Weg beeinflusst wird.
Die Eingangsklage Fausts beschäftigt sich mit der Thematik, dass Faust inhaltlich richtig aber sprachlich-stilistisch zu bürokratisch: Faust klagt, ist verzweifelt usw. das muss auch in der Darstellung so rüber kommen trotz seiner zahlreichen Studien also enormen Wissens unzufrieden mit seinem Leben ist. Er hat viel gelernt, und hält sich auch für „gescheiter“(366) als andere, jedoch ist er der Meinung nichts, was von Bedeutung ist, zu wissen(364), und auch nach dem Lernen so klug zu sein „als wie zuvor“(359). Dieses Gefühl der Unwissenheit bringt Faust um jegliche Freude (370; 376). Was Faust dagegen als wahres Wissen sieht, ist das Wissen über die Natur und ihre Phänomene (382/383). Diese ließen sich aber nur mit Hilfe der Magie erklären (377-379).
Als er diese Möglichkeit gefunden hat, hat er Hoffnung, dass er – weg von den Büchern – durch die Magie seine Erfüllung in der Natur findet(377-379). Dies bestätigt sich anfangs: Die Natur und die Geister darin beleben Faust und schenken ihm „neues Lebensglück“(435-436). Es geht sogar so weit, dass Faust beginnt sich gottgleich und erleuchtet(442) zu fühlen (439), da sich ihm die Natur offenbart(439; 440/441).
So beflügelt versucht Faust den Erdgeist zu beschwören. Als dieser dann erscheint, macht er Faust unmissverständlich klar, dass er ihm nicht gewachsen sei, dass er um sein Erscheinen gefleht habe und nun Angst vor ihm habe, und nichts weiter als ein „weggekrümmter Wurm“(498) sei, und ihn nicht begreifen könne.
Der Erdgeist verschwindet wieder, und lässt einen verwirrten und verzweifelten Faust zurück. Dieser wird durch Wagner von seinen Gedanken über den Erdgeist unterbrochen. Nach einer kurzen Unterhaltung mit Wagner, bricht Faust das Gespräch ab, da er allein sein will(394/395). Faust denkt über die Begegnung zwischen ihm und dem Erdgeist nach, welche Faust schwer zugesetzt hat(610-613). Er fühlt sich nun keineswegs mehr gottgleich(516), sondern klein und minderwertig, wie ein Zwerg oder Wurm. Man kann also hier die erste starke Beeinflussung Fausts erkennen. Durch die Beurteilung des Erdgeistes, fiel sein Selbstbild von einer Selbstüberschätzung in einen Minderwertigkeitsgefühl(623; 628), was er aber auch selbst realisiert (614; 617; 618; 621/622).
Faust ist verzweifelt und ratlos, da er die Hoffnung auf Erfüllung bei dem Erdgeist nicht befriedigen konnte und nun nicht mehr weiß, was er tun soll(629-631). Ihm wird klar, dass die Natur sich nicht bezwingen lässt. (673-675).
Als ihm dann in dieser Situation die Phiole mit dem tödlichen Gift ins Auge fällt, scheint es als habe er eine neue Lösung gefunden und darüber ist er erfreut(686-689). Diesmal wird er von seiner Umgebung, in der er zufällig die Phiole sieht, bei der Lösungsfindung für sein Problem beeinflusst. Faust hegt Selbstmordgedanken und sieht den Tod als einen Ausweg aus seiner Verzweiflung, als Linderung seiner Schmerzen und als Minderung seines Strebens(696/697). Außerdem sieht Faust in einem Selbstmord die Möglichkeit zu zeigen, dass er den Geistern und Göttern doch würdig ist(713). Als er die Phiole dann zum Trinken ansetzten will, ertönen Glocken und Chorgesang. Dieser Klang erinnert Faust zurück an seine unbeschwerte und glückliche Kindheit(769/770; 781-784), hält ihn somit von dem Selbstmord ab(743), und erweckt in ihm neue Hoffnung. Diesmal kam der Wechsel der Emotion durch eine alte Erinnerung an die Kindheit. Somit wurde Faust erneut in seinen Entscheidungen beeinflusst, jedoch diesmal nicht direkt von außen, sondern durch wieder aufgekommene Gefühle der unbeschwerten Kindheit.
Nachdem Faust wieder neuen Lebensmut gefasst hat, macht er mit Wagner einen Spaziergang und erfreut sich während dessen an der Natur(908ff), und an den fröhlichen Mensche um ihn herum(922-928; 939/940).
Sie folgen dem selbst gesetzten inhhaltlichen Schwerpunkt: was beeinflusst Faust?“ und darin sind Sie konsequent, aber dieser Gesichtspunkt ist für die Problematik des Theams nicht sehr entscheidend; diese Frage hilft Ihnen auch niucht, die Inhalte zu reduzieren und relevante Gesichtspunkte hevorzuheben
Als das Gespräch mit Wagner auf das Thema, Fausts Vater und Faust als Helfer und Heiler kommt, schwankt Fausts Stimmung wieder etwas, da Faust sich und seinen Vater nicht als solche guten Personen sieht(1032/1033; 1052; 1055). Jedoch lenkt Faust ein und sagt, sie sollten sich die Stimmung nicht vermiesen lassen(1068/1069), sie sollten lieber die Natur betrachten (1070ff). Er erwähnt Wagner gegenüber seine Sehnsucht zu fliegen(1074/1075; 1090/1091) und die Natur zu erleben, er findet bei ihm allerdings kein Gehör(1101). Als Faust davon spricht, dass „zwei Seelen in seiner Brust wohnen“, wird einerseits sein Festhalten am Leben(1115) und andererseits sein Hang zum Übernatürlichen, Magischen(1117) deutlich.
Später treffen Wagner und Faust auf einen Hund, welchen Wagner als normalen Hund beschreibt, Faust dagegen aber mit etwas magischem verbindet(1154/1156). Letztendlich lässt er sich von Wagner überzeugen (beeinflussen), dass es sich um einen gewöhnlichen Hund handelt(1172/1173) und nimmt ihm mit zu sich nach Hause.
Hier gehen Sie eindeutig in eine Inhaltswiedergabe über
Zu Hause ist Faust noch weiterhin guter Laune(1181-1185; 1198-1201), bis zu dem Zeitpunkt, als der Hund bei seinen fröhlichen Worten beginnt zu knurren(1202-1204). Danach wechselt seine Laune schlagartig. (1210/1211 „schon fühl ich, bei dem besten Willen, Befriedigung nicht mehr aus meinem Busen quillen.“). Es ist nun die Frage, ob sich Faust sogar von einem einfachen Hund beeinflussen lässt, also auf das Knurren jedes gewöhnlichen Hundes reagieren würde, oder ob es an diesem „besonderen“ Hund (Mephisto) liegt, dass Faust seine Laune schlagartig ändert. Oder hat seine Laune möglicherweise überhaupt nichts mit dem Knurren des Hundes zu tun?
Als Faust sich dem Übersetzten des Neuen Testamentes widmen will protestiert der Hund erneut durch Bellen und verwandelt sich dann in Mephisto.
Als Faust daraufhin mit diesem ins Gespräch kommt und erfährt, dass dieser eine dunkle Macht ist, schickt er ihn zuerst weg(1083/84), als er dann jedoch erfährt, dass Mephisto durch ein Pentagramm auf Boden bei ihm gefangen ist, will er mit ihm sogar einen Pakt schließen(1414/1415).
Als Faust das nächste Gespräch mit Mephisto führt, klagt er diesem von seinem unerfüllten Leben(1546/1547) und dass das Leben ihm eine Last sei, da sein Innerstes außen nichts bewegen könne(1566-1571). Mephisto erwidert, dass er den Selbstmord ja nicht durchgeführt habe. Faust entgegnet wiederum, dass es nur falsche Hoffnungen waren, die die Erinnerungen in ihm hervorgerufen hatten, und dass er diese deshalb verfluche.
Desweiteren verflucht Faust alles andere, was den Menschen am Leben gefällt und sie daran bindet, wie Schönheit, Reichtum, Freunde, Träume, Wein, Liebe, Hoffnung, Glaube und Geduld(1586-1606). Die Geduld hebt er am Ende hervor, indem er sagt „und Fluch vor allen der Geduld!“. Dies erkläre ich mir so, dass er grundsätzlich alles verflucht, was ihn am Leben halten könnte, um sich selbst den Selbstmord zu erleichtern. Die Geduld hebt er hervor, da durch die Geduld alles leichter und vor allem länger zu ertragen ist. Und genau das will Faust nicht.
Abschließend kann ich sagen, dass ich der Meinung bin, dass Faust eine sehr hin und her gerissene Person ist. Er wechselt sowohl zwischen dem Verlangen zu leben und zu sterben, als auch zwischen Euphorie und Depression. Dies kommt wahrscheinlich zum größten Teil durch die leichte Beeinflussbarkeit Fausts. So kommt es, dass eine Kleinigkeit ihn wieder aus der Bahn werfen kann, wenn er gerade fröhlich ist und ihn genauso, wenn er gerade depressiv ist, eine Kleinigkeit wieder beglücken kann, wie z.B. das Glockenleuten, dass ihn vom Selbstmord abhielt. Aus diesen Gründen würde ich es auch nicht für zwingend halten, dass er bei seiner Verfluchung der Welt bleibt, es könnte ebenso sein, dass er irgendwann einen neuen Einfluss erhält und sich durch diesen wieder am Leben erfreut.
Ja, dann wäre Ihre These: dass diese ganze Geschichte passiert, ist eigentlich Zufall, Faust ist ein schwankender Charakter (und das zeichnet ihn vor allem aus!!) und wenn er nur ein wenig bessere Laune gehabt hätte, dann wäre dieses Drama gar nicht nötig gewesen – so what bin ich verführt anzufügen.
Sprachlich überzeugt diese Arbeit vor allem durch die Geschicklichkeit, Textwiedergabe mit Belegen zu verbinden. Die Arbeit enthält in der Wiedergabe auch bemerkenswerte bewertende und ordnende Passagen, die aber – wie oben dargestellt – unter einem wenig fruchtbaren Gesichtspunkt erfolegn.
Das Thema meines Aufsatzes ist der Weg Fausts von der Eingangsklage über seine Unwissenheit bis hin zur Verfluchung der irdischen Welt. Ich werde in meinem Aufsatz den Ablauf der Handlungen und Gedanken Fausts, sowie die Veränderungen seiner Gefühlslage behandeln. Außerdem werde ich mich mit der Frage beschäftigen ob, und wenn ja, durch wen oder was Faust auf diesem Weg beeinflusst wird.
Die Eingangsklage Fausts beschäftigt sich mit der Thematik, dass Faust inhaltlich richtig aber sprachlich-stilistisch zu bürokratisch: Faust klagt, ist verzweifelt usw. das muss auch in der Darstellung so rüber kommen trotz seiner zahlreichen Studien also enormen Wissens unzufrieden mit seinem Leben ist. Er hat viel gelernt, und hält sich auch für „gescheiter“(366) als andere, jedoch ist er der Meinung nichts, was von Bedeutung ist, zu wissen(364), und auch nach dem Lernen so klug zu sein „als wie zuvor“(359). Dieses Gefühl der Unwissenheit bringt Faust um jegliche Freude (370; 376). Was Faust dagegen als wahres Wissen sieht, ist das Wissen über die Natur und ihre Phänomene (382/383). Diese ließen sich aber nur mit Hilfe der Magie erklären (377-379).
Als er diese Möglichkeit gefunden hat, hat er Hoffnung, dass er – weg von den Büchern – durch die Magie seine Erfüllung in der Natur findet(377-379). Dies bestätigt sich anfangs: Die Natur und die Geister darin beleben Faust und schenken ihm „neues Lebensglück“(435-436). Es geht sogar so weit, dass Faust beginnt sich gottgleich und erleuchtet(442) zu fühlen (439), da sich ihm die Natur offenbart(439; 440/441).
So beflügelt versucht Faust den Erdgeist zu beschwören. Als dieser dann erscheint, macht er Faust unmissverständlich klar, dass er ihm nicht gewachsen sei, dass er um sein Erscheinen gefleht habe und nun Angst vor ihm habe, und nichts weiter als ein „weggekrümmter Wurm“(498) sei, und ihn nicht begreifen könne.
Der Erdgeist verschwindet wieder, und lässt einen verwirrten und verzweifelten Faust zurück. Dieser wird durch Wagner von seinen Gedanken über den Erdgeist unterbrochen. Nach einer kurzen Unterhaltung mit Wagner, bricht Faust das Gespräch ab, da er allein sein will(394/395). Faust denkt über die Begegnung zwischen ihm und dem Erdgeist nach, welche Faust schwer zugesetzt hat(610-613). Er fühlt sich nun keineswegs mehr gottgleich(516), sondern klein und minderwertig, wie ein Zwerg oder Wurm. Man kann also hier die erste starke Beeinflussung Fausts erkennen. Durch die Beurteilung des Erdgeistes, fiel sein Selbstbild von einer Selbstüberschätzung in einen Minderwertigkeitsgefühl(623; 628), was er aber auch selbst realisiert (614; 617; 618; 621/622).
Faust ist verzweifelt und ratlos, da er die Hoffnung auf Erfüllung bei dem Erdgeist nicht befriedigen konnte und nun nicht mehr weiß, was er tun soll(629-631). Ihm wird klar, dass die Natur sich nicht bezwingen lässt. (673-675).
Als ihm dann in dieser Situation die Phiole mit dem tödlichen Gift ins Auge fällt, scheint es als habe er eine neue Lösung gefunden und darüber ist er erfreut(686-689). Diesmal wird er von seiner Umgebung, in der er zufällig die Phiole sieht, bei der Lösungsfindung für sein Problem beeinflusst. Faust hegt Selbstmordgedanken und sieht den Tod als einen Ausweg aus seiner Verzweiflung, als Linderung seiner Schmerzen und als Minderung seines Strebens(696/697). Außerdem sieht Faust in einem Selbstmord die Möglichkeit zu zeigen, dass er den Geistern und Göttern doch würdig ist(713). Als er die Phiole dann zum Trinken ansetzten will, ertönen Glocken und Chorgesang. Dieser Klang erinnert Faust zurück an seine unbeschwerte und glückliche Kindheit(769/770; 781-784), hält ihn somit von dem Selbstmord ab(743), und erweckt in ihm neue Hoffnung. Diesmal kam der Wechsel der Emotion durch eine alte Erinnerung an die Kindheit. Somit wurde Faust erneut in seinen Entscheidungen beeinflusst, jedoch diesmal nicht direkt von außen, sondern durch wieder aufgekommene Gefühle der unbeschwerten Kindheit.
Nachdem Faust wieder neuen Lebensmut gefasst hat, macht er mit Wagner einen Spaziergang und erfreut sich während dessen an der Natur(908ff), und an den fröhlichen Mensche um ihn herum(922-928; 939/940).
Sie folgen dem selbst gesetzten inhhaltlichen Schwerpunkt: was beeinflusst Faust?“ und darin sind Sie konsequent, aber dieser Gesichtspunkt ist für die Problematik des Theams nicht sehr entscheidend; diese Frage hilft Ihnen auch niucht, die Inhalte zu reduzieren und relevante Gesichtspunkte hevorzuheben
Als das Gespräch mit Wagner auf das Thema, Fausts Vater und Faust als Helfer und Heiler kommt, schwankt Fausts Stimmung wieder etwas, da Faust sich und seinen Vater nicht als solche guten Personen sieht(1032/1033; 1052; 1055). Jedoch lenkt Faust ein und sagt, sie sollten sich die Stimmung nicht vermiesen lassen(1068/1069), sie sollten lieber die Natur betrachten (1070ff). Er erwähnt Wagner gegenüber seine Sehnsucht zu fliegen(1074/1075; 1090/1091) und die Natur zu erleben, er findet bei ihm allerdings kein Gehör(1101). Als Faust davon spricht, dass „zwei Seelen in seiner Brust wohnen“, wird einerseits sein Festhalten am Leben(1115) und andererseits sein Hang zum Übernatürlichen, Magischen(1117) deutlich.
Später treffen Wagner und Faust auf einen Hund, welchen Wagner als normalen Hund beschreibt, Faust dagegen aber mit etwas magischem verbindet(1154/1156). Letztendlich lässt er sich von Wagner überzeugen (beeinflussen), dass es sich um einen gewöhnlichen Hund handelt(1172/1173) und nimmt ihm mit zu sich nach Hause.
Hier gehen Sie eindeutig in eine Inhaltswiedergabe über
Zu Hause ist Faust noch weiterhin guter Laune(1181-1185; 1198-1201), bis zu dem Zeitpunkt, als der Hund bei seinen fröhlichen Worten beginnt zu knurren(1202-1204). Danach wechselt seine Laune schlagartig. (1210/1211 „schon fühl ich, bei dem besten Willen, Befriedigung nicht mehr aus meinem Busen quillen.“). Es ist nun die Frage, ob sich Faust sogar von einem einfachen Hund beeinflussen lässt, also auf das Knurren jedes gewöhnlichen Hundes reagieren würde, oder ob es an diesem „besonderen“ Hund (Mephisto) liegt, dass Faust seine Laune schlagartig ändert. Oder hat seine Laune möglicherweise überhaupt nichts mit dem Knurren des Hundes zu tun?
Als Faust sich dem Übersetzten des Neuen Testamentes widmen will protestiert der Hund erneut durch Bellen und verwandelt sich dann in Mephisto.
Als Faust daraufhin mit diesem ins Gespräch kommt und erfährt, dass dieser eine dunkle Macht ist, schickt er ihn zuerst weg(1083/84), als er dann jedoch erfährt, dass Mephisto durch ein Pentagramm auf Boden bei ihm gefangen ist, will er mit ihm sogar einen Pakt schließen(1414/1415).
Als Faust das nächste Gespräch mit Mephisto führt, klagt er diesem von seinem unerfüllten Leben(1546/1547) und dass das Leben ihm eine Last sei, da sein Innerstes außen nichts bewegen könne(1566-1571). Mephisto erwidert, dass er den Selbstmord ja nicht durchgeführt habe. Faust entgegnet wiederum, dass es nur falsche Hoffnungen waren, die die Erinnerungen in ihm hervorgerufen hatten, und dass er diese deshalb verfluche.
Desweiteren verflucht Faust alles andere, was den Menschen am Leben gefällt und sie daran bindet, wie Schönheit, Reichtum, Freunde, Träume, Wein, Liebe, Hoffnung, Glaube und Geduld(1586-1606). Die Geduld hebt er am Ende hervor, indem er sagt „und Fluch vor allen der Geduld!“. Dies erkläre ich mir so, dass er grundsätzlich alles verflucht, was ihn am Leben halten könnte, um sich selbst den Selbstmord zu erleichtern. Die Geduld hebt er hervor, da durch die Geduld alles leichter und vor allem länger zu ertragen ist. Und genau das will Faust nicht.
Abschließend kann ich sagen, dass ich der Meinung bin, dass Faust eine sehr hin und her gerissene Person ist. Er wechselt sowohl zwischen dem Verlangen zu leben und zu sterben, als auch zwischen Euphorie und Depression. Dies kommt wahrscheinlich zum größten Teil durch die leichte Beeinflussbarkeit Fausts. So kommt es, dass eine Kleinigkeit ihn wieder aus der Bahn werfen kann, wenn er gerade fröhlich ist und ihn genauso, wenn er gerade depressiv ist, eine Kleinigkeit wieder beglücken kann, wie z.B. das Glockenleuten, dass ihn vom Selbstmord abhielt. Aus diesen Gründen würde ich es auch nicht für zwingend halten, dass er bei seiner Verfluchung der Welt bleibt, es könnte ebenso sein, dass er irgendwann einen neuen Einfluss erhält und sich durch diesen wieder am Leben erfreut.
Ja, dann wäre Ihre These: dass diese ganze Geschichte passiert, ist eigentlich Zufall, Faust ist ein schwankender Charakter (und das zeichnet ihn vor allem aus!!) und wenn er nur ein wenig bessere Laune gehabt hätte, dann wäre dieses Drama gar nicht nötig gewesen – so what bin ich verführt anzufügen.
Sprachlich überzeugt diese Arbeit vor allem durch die Geschicklichkeit, Textwiedergabe mit Belegen zu verbinden. Die Arbeit enthält in der Wiedergabe auch bemerkenswerte bewertende und ordnende Passagen, die aber – wie oben dargestellt – unter einem wenig fruchtbaren Gesichtspunkt erfolegn.
Friday, September 22, 2006
Arbeiten zum Faust
Faust und die dunklen Mächte
In dieser Farbe erscheinen Verbesserungen und Kommentare
An dieser Stelle möchte ich versuchen, (besser :möchte ich darstellen, "versuche ich darzustellen" – das ist nicht gut, weil es ja mehr sein soll als ein Versuch darzustellen, wie sich Faust zu den dunklen Mächten verhält. In Goethes Werk ist Faust ein ehemaliger (ein Gelehrter ist er weiterhin) Gelehrter, der sich nun der Magie zugewendet hat. Und auch hier erfährt er eine Art Entwicklung - (er wendet sich) von der so genannten weißen zur so genannten schwarzen Magie (hin).
Nach heutigem Verständnis mag dies zunächst recht abstrakt besser "geheimnisvoll" oder "unheimlich" klingen. Denn: Was ist Magie? Nun, das Lexikon gibt hier folgende Auskunft: „Magie, Praktiken, mit denen der Mensch seinen eigenen Willen auf die Umwelt übertragen will, die nach naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise irrational erscheint". Und zu Zeiten Fausts? Bis zum 15.Jahrhundert war die Magie sozusagen der Vorreiter der Wissenschaft, diese wurde bekanntlich von der bis dahin alles dominierenden Kirche nicht so gern gesehen. Als sich die empirischen Wissenschaften dann doch ihren Weg bahnten - traten sie sozusagen in Konkurrenz mit der ( "alten" "mittelalterlichen" "von magischen Anteilen durchdrungenen" Wissenschaft. Waren sie doch zwei Gebiete, deren Thesen sich doch größtenteils ausschlossen. Hierzu ist zu sagen, dass sich Magie zu diesem Zeitpunkt auf die Lehren des griechischen Philosoph Aristoteles berief. Dieser war der Meinung, dass alle Dinge, aus Erde, Feuer, Wasser, Luft und einem fünftem Element(der so genannten Quintessenz oder auch der "Stein der Weisen" genannt) bestand, welches alles zusammenhielt und das es zu finden galt(„Was die Welt im Innersten zusammenhält" 382/383 ).
Dass Magie und Wissenschaft in manch einer Beziehung Gegenspieler waren wird an Famulus Wagner Verhalten zur Magie deutlich, der als Wissenschaftler die Magie als solches verachtet und sie fürchtet, aber sich ihr besser: "ihrer Möglichkeiten und Gefahren" durchaus bewusst ist: „Berufe nicht die wohlbekannte Schar, die strömend sich im Dunstkreis überbreitet, dem Menschen tausendfältige Gefahr" 1126-1128).
der folgende Gesichtspunkt wäre es wert etwas genauer ausgeführt zu werdenWie oben schon angedeutet war Magie zu Zeiten Fausts jedoch nichts Unnormales, so exotisch das Wort „Magie" für unsere modernen Ohren auch klingen mag.
Man unterschied zwischen weißer und schwarzer Magie. Weiße Magie hatte zur Aufgabe, dem Menschen zu helfen, z.B. durch Heilung. Auch Faust beherrschte die weiße Magie. Dass dies nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil bei seinen Mitmenschen hoch angesehen war, sieht man an den Reaktionen und Verehrungen des Volkes vor dem Tor nach dem gemeinsamen Osterspaziergang von Faust und Wagner.
Soviel zur weißen Magie. Ich möchte mich nun der schwarzen Magie zuwenden, so wie es auch Faust tut.
Empirische Wissenschaft, die Faust durchaus kennt und auch die oberflächlichen Menschen bedeuten Faust nichts hier ist der Bezug (zu Wagner?) nicht ganz klar (mehr). Die dunklen Mächte scheinen das Einzige zu sein, was Faust so etwas wie Befriedigung verschaffen können. Getrieben wird er nicht nur von einer Art Machtwunsch sondern vielmehr von dem Verlangen, um die Quintessenz zu finden („Was die Welt im Innersten zusammenhält" 383/383). hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Faust schon in der ersten Szene klar macht, dass er sich "weder vor Hölle noch Teufel" fürchtet; er ist also schon von vornherein auf der anderen Seite der Magie angekommen,auch wenn er sie noch nicht praktiziert An dieser Stelle berufe ich mich, fast überflüssig zu erwähnen so ist es, auf die Lehrern des Aristoteles.
Doch was ist schwarze Magie, auch die dunklen Mächte genannt? Das Gegenteil zur weißen Magie? Auf eine bestimmte Art und Weise kann man kann man in weißer und schwarzer Magie zwei Opponenten sehen. Beide waren sich sehr ähnlich, von Prinzip her gleich. Doch es kommt sozusagen darauf an, was man daraus macht, denn „der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel". Diente die weiße Magie dem Wohle der Menschen, wurde die schwarze Magie aus, für uns, niederen Beweggründen ausgeführt. Denn sie wird aus reinem Egoismus genutzt, egal ob sie den Menschen half oder ihnen Schaden zufügte. Dies war dem „schwarzen Magier" ganz gleich.
Ebenso tut es Faust. Er missbraucht die Magie für seine Zwecke: Schwarze Magie scheint für ihn die einzige Möglichkeit seinen schier unstillbaren Wissensdurst zu befriedigen.
Das ist inhaltlich und sprachlich trotz der Einfügungen ein guter Aufsatz, dessen Stil erkennbar bearbeitet ist und der inhaltlich zu der Frage etwas noch nicht Erarbeitetes hinzufügt; so wird vermieden, was den Leser am meisten stört: dass er sich langweilt.
In dieser Farbe erscheinen Verbesserungen und Kommentare
An dieser Stelle möchte ich versuchen, (besser :möchte ich darstellen, "versuche ich darzustellen" – das ist nicht gut, weil es ja mehr sein soll als ein Versuch darzustellen, wie sich Faust zu den dunklen Mächten verhält. In Goethes Werk ist Faust ein ehemaliger (ein Gelehrter ist er weiterhin) Gelehrter, der sich nun der Magie zugewendet hat. Und auch hier erfährt er eine Art Entwicklung - (er wendet sich) von der so genannten weißen zur so genannten schwarzen Magie (hin).
Nach heutigem Verständnis mag dies zunächst recht abstrakt besser "geheimnisvoll" oder "unheimlich" klingen. Denn: Was ist Magie? Nun, das Lexikon gibt hier folgende Auskunft: „Magie, Praktiken, mit denen der Mensch seinen eigenen Willen auf die Umwelt übertragen will, die nach naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise irrational erscheint". Und zu Zeiten Fausts? Bis zum 15.Jahrhundert war die Magie sozusagen der Vorreiter der Wissenschaft, diese wurde bekanntlich von der bis dahin alles dominierenden Kirche nicht so gern gesehen. Als sich die empirischen Wissenschaften dann doch ihren Weg bahnten - traten sie sozusagen in Konkurrenz mit der ( "alten" "mittelalterlichen" "von magischen Anteilen durchdrungenen" Wissenschaft. Waren sie doch zwei Gebiete, deren Thesen sich doch größtenteils ausschlossen. Hierzu ist zu sagen, dass sich Magie zu diesem Zeitpunkt auf die Lehren des griechischen Philosoph Aristoteles berief. Dieser war der Meinung, dass alle Dinge, aus Erde, Feuer, Wasser, Luft und einem fünftem Element(der so genannten Quintessenz oder auch der "Stein der Weisen" genannt) bestand, welches alles zusammenhielt und das es zu finden galt(„Was die Welt im Innersten zusammenhält" 382/383 ).
Dass Magie und Wissenschaft in manch einer Beziehung Gegenspieler waren wird an Famulus Wagner Verhalten zur Magie deutlich, der als Wissenschaftler die Magie als solches verachtet und sie fürchtet, aber sich ihr besser: "ihrer Möglichkeiten und Gefahren" durchaus bewusst ist: „Berufe nicht die wohlbekannte Schar, die strömend sich im Dunstkreis überbreitet, dem Menschen tausendfältige Gefahr" 1126-1128).
der folgende Gesichtspunkt wäre es wert etwas genauer ausgeführt zu werdenWie oben schon angedeutet war Magie zu Zeiten Fausts jedoch nichts Unnormales, so exotisch das Wort „Magie" für unsere modernen Ohren auch klingen mag.
Man unterschied zwischen weißer und schwarzer Magie. Weiße Magie hatte zur Aufgabe, dem Menschen zu helfen, z.B. durch Heilung. Auch Faust beherrschte die weiße Magie. Dass dies nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil bei seinen Mitmenschen hoch angesehen war, sieht man an den Reaktionen und Verehrungen des Volkes vor dem Tor nach dem gemeinsamen Osterspaziergang von Faust und Wagner.
Soviel zur weißen Magie. Ich möchte mich nun der schwarzen Magie zuwenden, so wie es auch Faust tut.
Empirische Wissenschaft, die Faust durchaus kennt und auch die oberflächlichen Menschen bedeuten Faust nichts hier ist der Bezug (zu Wagner?) nicht ganz klar (mehr). Die dunklen Mächte scheinen das Einzige zu sein, was Faust so etwas wie Befriedigung verschaffen können. Getrieben wird er nicht nur von einer Art Machtwunsch sondern vielmehr von dem Verlangen, um die Quintessenz zu finden („Was die Welt im Innersten zusammenhält" 383/383). hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Faust schon in der ersten Szene klar macht, dass er sich "weder vor Hölle noch Teufel" fürchtet; er ist also schon von vornherein auf der anderen Seite der Magie angekommen,auch wenn er sie noch nicht praktiziert An dieser Stelle berufe ich mich, fast überflüssig zu erwähnen so ist es, auf die Lehrern des Aristoteles.
Doch was ist schwarze Magie, auch die dunklen Mächte genannt? Das Gegenteil zur weißen Magie? Auf eine bestimmte Art und Weise kann man kann man in weißer und schwarzer Magie zwei Opponenten sehen. Beide waren sich sehr ähnlich, von Prinzip her gleich. Doch es kommt sozusagen darauf an, was man daraus macht, denn „der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel". Diente die weiße Magie dem Wohle der Menschen, wurde die schwarze Magie aus, für uns, niederen Beweggründen ausgeführt. Denn sie wird aus reinem Egoismus genutzt, egal ob sie den Menschen half oder ihnen Schaden zufügte. Dies war dem „schwarzen Magier" ganz gleich.
Ebenso tut es Faust. Er missbraucht die Magie für seine Zwecke: Schwarze Magie scheint für ihn die einzige Möglichkeit seinen schier unstillbaren Wissensdurst zu befriedigen.
Das ist inhaltlich und sprachlich trotz der Einfügungen ein guter Aufsatz, dessen Stil erkennbar bearbeitet ist und der inhaltlich zu der Frage etwas noch nicht Erarbeitetes hinzufügt; so wird vermieden, was den Leser am meisten stört: dass er sich langweilt.
Tuesday, September 12, 2006
Faust-Lektüre
Zur Methode
Eine umfassende Erschließung des Werkes ist im Deutschunterricht nicht möglich, es kann daher nur darum gehen, die Inhalte und Problemstellungen so zu erarbeiten, dass Fragen oder Aufgabenstellungen zu dem Werk unter bestimmten Gesichtpunkten erarbeitet werden können. Dazu werden hier durch den monumentalen Textkörper zehn "Themschnitte" angelegt.
Gretchentragödie
Gelehrtentragödie
Faust & Mephisto
Dunkle Mächte
Gesellschaftlicher Kontext
Stoffgeschichte
Faktischer Hintergrund
Goethe & Faust
Letzte Fragen
Theatrum mundi
Schauen Sie in diesen Blog immer wieder rein, unter den Themenschnitten werde ich immer wieder die Liste der links aktualisiseren.
Die Erschließung des Textes erfolgt systematisch durch
Zettelkästen
Mindmaps
verlinkte html-Seiten
spezielle Propgramme wie DevonNotes
http://www.maczot.com/discuss/?p=135"
sorry nur für Mac aber das Mindmap-Pogramm "Freeminder"ist für alle Platformen und kann kostenlos heruntergeladen werden!!
http://freemind.sourceforge.net/wiki/index.php/Main_Page und besitzt ebenfalls die Möglichkeit Knoten als Links zu verarbeiten.Allerdings ist der Umgang mit allen Möglichkeiten etwas gewöhnungsbedürftig.
Es kommt aber gar nicht auf die Technik an, sondern darauf, dass eine (auch für Außenstehende nachvollziehbare aufgeschlüsselte Dokumentation vorliegt.
Die Themenschnitte im Einzelnen
Gretchentragödie
Den Handlungsverlauf der Geschichte erknenen, in dessen Mittelpunkt Gretchen steht. Dieser Themenschnitt ist nur gemeinsam mit fem Themenschnitt Gesellschaftlicher Kontext zu erarbeiten. Es geht darum, die Ausgangsituation zu erfassen, warum sich Gretchen auf Fausts Werben einlässt, wie sich ihre Situation in der Gemeinschaft der kleinen Stadt darstellt, wie ihre Beziehungen zu ihren Altersgenossinnen ist, ihre Beziehung zu Mutter einerseits und zu Marthe andererseits und schließlich auch zum Bruder. Was sie wünscht, erhofft und fürchtet
Gelehrtentragödie
Auch hier die Ausgangssituation erkennen können und sehen, welche Grenzüberschreitungen Faust wagt um über menschliches Wissen hinauszugelangen. Welche Motive und Haltungen Fausts hinter dem Pakt mit dem Teufel stehen
Hier kommen noch einige sehr nützliche Seiten mit allgemeinen Informationen:
Zunächst eine sehr kurze Fassung der Stoffgeschichte und dem Bezugzu Goethes Faust
http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Goethe&letter=G&cob=6626
Aus dieser Quelle habe ich Ihnen den Teil über Marlows Faust zugänglich gemacht; sehr umfangreich und höchst interessant – nicht nur für Deutschlehrer
http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/wte/faust.shtml
Wer auch mal den frühneuhochdeutschen Text lesen möchte: dies ist das Volksbuch von Doktor Faustus, der Teil, in dem er den Pakt mit dem Teufel schließt:
http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/16Jh/Faustus/fau_df07.html
So haben Sie erst mal Stoff für selbständige Arbeit!!
Eine umfassende Erschließung des Werkes ist im Deutschunterricht nicht möglich, es kann daher nur darum gehen, die Inhalte und Problemstellungen so zu erarbeiten, dass Fragen oder Aufgabenstellungen zu dem Werk unter bestimmten Gesichtpunkten erarbeitet werden können. Dazu werden hier durch den monumentalen Textkörper zehn "Themschnitte" angelegt.
Gretchentragödie
Gelehrtentragödie
Faust & Mephisto
Dunkle Mächte
Gesellschaftlicher Kontext
Stoffgeschichte
Faktischer Hintergrund
Goethe & Faust
Letzte Fragen
Theatrum mundi
Schauen Sie in diesen Blog immer wieder rein, unter den Themenschnitten werde ich immer wieder die Liste der links aktualisiseren.
Die Erschließung des Textes erfolgt systematisch durch
Zettelkästen
Mindmaps
verlinkte html-Seiten
spezielle Propgramme wie DevonNotes
http://www.maczot.com/discuss/?p=135"
sorry nur für Mac aber das Mindmap-Pogramm "Freeminder"ist für alle Platformen und kann kostenlos heruntergeladen werden!!
http://freemind.sourceforge.net/wiki/index.php/Main_Page und besitzt ebenfalls die Möglichkeit Knoten als Links zu verarbeiten.Allerdings ist der Umgang mit allen Möglichkeiten etwas gewöhnungsbedürftig.
Es kommt aber gar nicht auf die Technik an, sondern darauf, dass eine (auch für Außenstehende nachvollziehbare aufgeschlüsselte Dokumentation vorliegt.
Die Themenschnitte im Einzelnen
Gretchentragödie
Den Handlungsverlauf der Geschichte erknenen, in dessen Mittelpunkt Gretchen steht. Dieser Themenschnitt ist nur gemeinsam mit fem Themenschnitt Gesellschaftlicher Kontext zu erarbeiten. Es geht darum, die Ausgangsituation zu erfassen, warum sich Gretchen auf Fausts Werben einlässt, wie sich ihre Situation in der Gemeinschaft der kleinen Stadt darstellt, wie ihre Beziehungen zu ihren Altersgenossinnen ist, ihre Beziehung zu Mutter einerseits und zu Marthe andererseits und schließlich auch zum Bruder. Was sie wünscht, erhofft und fürchtet
Gelehrtentragödie
Auch hier die Ausgangssituation erkennen können und sehen, welche Grenzüberschreitungen Faust wagt um über menschliches Wissen hinauszugelangen. Welche Motive und Haltungen Fausts hinter dem Pakt mit dem Teufel stehen
Hier kommen noch einige sehr nützliche Seiten mit allgemeinen Informationen:
Zunächst eine sehr kurze Fassung der Stoffgeschichte und dem Bezugzu Goethes Faust
http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Goethe&letter=G&cob=6626
Aus dieser Quelle habe ich Ihnen den Teil über Marlows Faust zugänglich gemacht; sehr umfangreich und höchst interessant – nicht nur für Deutschlehrer
http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/wte/faust.shtml
Wer auch mal den frühneuhochdeutschen Text lesen möchte: dies ist das Volksbuch von Doktor Faustus, der Teil, in dem er den Pakt mit dem Teufel schließt:
http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/16Jh/Faustus/fau_df07.html
So haben Sie erst mal Stoff für selbständige Arbeit!!
Monday, June 19, 2006
Themenschwerpunkte in Fontanes "Effi Briest"
Die bürgerliche/feudale Gesellschaft:
- das materielle und ideelle Leben der Briests
- die Standards bürgerlichen Lebens
- der adelige Ehrenkodex
Die untreue Frau
- Effis Erwartungen an Ehe und Eheleben
- das Zusammenleben mnit Instetten
- die Romantik in dem Verhältnis zu Crampas
- Effis Einstellung zum Ehebruch
Unheimliche Elemente
- die Geschichte mit dem Chinesen
- der Schloon als Symbol für gefährliche Tiefe
- Tod uns Todesahnung
Die gebrochene Haltung zum Ehrenkodex
- Instettens Dilemma
- das Gespräch über die Notwendigkeit des Duells
- die Folgen für Effi
- das materielle und ideelle Leben der Briests
- die Standards bürgerlichen Lebens
- der adelige Ehrenkodex
Die untreue Frau
- Effis Erwartungen an Ehe und Eheleben
- das Zusammenleben mnit Instetten
- die Romantik in dem Verhältnis zu Crampas
- Effis Einstellung zum Ehebruch
Unheimliche Elemente
- die Geschichte mit dem Chinesen
- der Schloon als Symbol für gefährliche Tiefe
- Tod uns Todesahnung
Die gebrochene Haltung zum Ehrenkodex
- Instettens Dilemma
- das Gespräch über die Notwendigkeit des Duells
- die Folgen für Effi
Friday, May 12, 2006
Was in Klausuren erwartet wurde
Hier findet hier noch einmal alles, was ich euch geschrieben habe zu den zurückgegebenen Arbeiten. Manches ist nur verständlich, wenn man die Fragen dazu nimmt, aber über die verfügt ihr ja sicher.
Die erste Klausur ging über "Die Braut von Korinth"
Der ausgegebene Text war aus dem Netz und war der Folgende
"Ballade" bedeutet ursprünglich eigentlich Tanzlied (von "ballare" = tanzen): am Anfang war die "Ballata" ein Tanzlied mit Refrain. Daraus wird dann in der europäischen Tradition ein Erzähllied, wobei der Refrain meistens wegfällt.
Die Balladen, die wir kennen, sind meistens Kunstballaden. Bevor sich aber die Kunstballade entwickelt hat, gibt es eine lange Tradition der Volksballade, die, vor allem in England und Schottland, dämonische und magische Stoffe aufnimmt ("numinose" oder "naturmagische" Ballade).
Solche naturmagische und auch Geisterballaden gibt es auch bei Goethe: Goethe liebt das Geheimnisvolle und Mysteriöse, in dem sich für ihn eine ältere Denkform ausdrückt. Eine magische Denkform, die im Gegensatz zur aufgeklärten Vernunft steht und von dieser auch nicht begriffen werden kann. In Goethes Balladen bricht immer wieder eine mythische Wirklichkeit in die Welt ein. Das durch Vernunft Verdrängte kehrt zurück und rächt sich für seine Unterdrückung. Das gilt schon für seine frühen Ballden (Sturm und Drang), Der Fischer (1778) und Der Erlkönig (1782).
Im Erlkönig bricht das Dämonische in die rationale Welt des Vaters ein, der alles vernünftig erklären will. Große Dramatik durch die direkte Rede (Mittel des Dramas!). Konsens besteht inzwischen darin, dass man den Vater nicht als (einzigen) Perspektivpunkt ansehen kann. Der Vater leugnet den numinosen Bereich, modern gesprochen: den Bereich des Unbewussten, des Begehrens, des Sexuellen.
Das Kind hat rein zu sein und koste es sein Leben. Die sexuelle Verführung wendet sich an die bisexuelle Veranlagung des Kindes: deswegen das Doppelangebot des Erlkönigs ("willst, feiner Knabe, du mit mir gehn", "meine Töchter"). Auch in der Ballade Der Fischer geht es um erotische Verführung, hier durch eine Nixe: "Halb zog sie ihn, halb sank er hin, / Und ward nicht mehr gesehn."
Goethe verwendet also die numinose Ballade oder die Geisterballade, um die unbewussten Begierden des Menschen, seine Natur im Gegensatz zur Vernunft zur Sprache zu bringen. Er begibt sich damit in Gegensatz zu Schiller, der die Ballade veredeln will und sie einer sittlichen Idee unterstellt.
So bleibt für Goethe die Ballade immer an ihrer Herkunft orientiert: der englisch-schottischen Volksballade, die das Mysteriöse, Rätselhafte und Unheimliche der Existenz gestalten.
Die Braut von Korinth wäre für Schiller ein inakzeptabler Stoff gewesen.
Während Goethe die Macht des Unbewussten darstellt, geht es Schiller um die Darstellung eines sittlichen Ideals. Schiller hat die Verbindung zur englisch-schottischen Volksballade ganz abgeschnitten. Seine Balladen sind nicht unheimlich und magisch; sie spielen nicht in der Welt des Aberglaubens, es gibt keine Geister oder Gespenster, höchstens Zusammenstöße mit der Naturgewalt, die den Menschen vernichtet.
http://www.ph-freiburg.de/php3-cgi/nntp/article.php3?id=51&group=de.phfr.deutsch.einfuehrung.pfeiffer
leider funktioniert der lnk nicht mehr, so dass ich auch keine andere Quelle angeben kann
Erwartungshorizont Klausur Nr.1 GK 12.1 Peters
Aufgabe 1
a)
Dies war eine etwas andere Aufgabe als die, einen Text zu reproduzieren: es war möglich, eine Auswahl zu treffen und den Inhalt dieser Auswahl zunächst wiederzugeben.
Relevant konnten die folgenden Punke sein:
Herkunft des Wortes Ballade (aber die zeigt hier eigentlich nur, dass dasUrsprungswort manchmal denkbat wenig über die Sache aussagt!)
Abstammung der Ballade von der Volksballade (Was ist das eigentlich?)
Entwicklung von der Volksballade zur Kunstballade
Innerhalb der Kunstballade Wiederaufnahme der englisch/schottischen Tradition der "numinosen" oder "naturmagischen" Ballade Goethes Wahl
Gegensatz (nicht Widerspruch!) zur aufgeklärten Vernunft (die nur Geprüftes gelten lässt)
Es gibt mehr als das, was die Vernunft gelten lässt ( nicht: es gibt nur noch das und Vernunft ist nicht wichtig! ); das, was nicht zur Geltung kommen darf, kommt zurück und nimmt sich mehr von Leben der Menschen als ihm zukommen darf ( der Begriff der Rache mit anderen Worten ausgedrückt)
Beispiele aus Goethes Werk (wenn bekannt!)
Das ins Unbewusste Verdrängte ist vor allem der Bereich des Begehrens, der Sexualität ( in anerkannter männlich/weiblicher oder in nur verdeckt gelebter pädophiler Form). In zwei Balladen ist es das weibliche Begehren, das Thema wird (Nixe, Braut).
Im Fall der Nixe wird deutlich: dies ist ein Naturwesen, ungezähmt durch Konvention, das seiner Begierde freien Lauf lässt, im Falle der Braut von Korinth ein Wesen, das durch den Tod jenseits gesellschaftlicher und sogar menschlicher vernünftiger Konventionalität steht; diese Wesen bringen das Recht des Unbewussten gegenüber dem aufgeklärten Vernunftwesen zur Geltung.
Goethe im Gegensatz zu Schiller und seiner Ideenballade, die die Darstellung sittlicher Vervollkommnung zum Ziel hat.
b)
Wenn alles davon gleich wichtig wäre für das Verständnis, dann gäbe es ein Problem: das dauert lange, um das wiederzugeben, deshalb die Chance der Auswahl und die Verpflichtung, sie zu erläutern.
Über den Begriff der "Folie für das Verständnis" haben wir gesprochen – es war nützlich, dies ganz kurz zu erinnern und dann zu zeigen, welche Inhalte hier wirklich etwas Neues sichtbar machten. Also war darzustellen: was ist das Neue? Was hat es für mich sichtbar gemacht, was ich vorher nicht gesehen hatte.
Aufgabe 2
Der zentrale Satz ist : "Wie löst sich die Situation in dem Zimmer auf?" Und darauf bezogen: "Imaginiere einen Schluss der Ballade, der dir plausibel erscheint."
Eine solche Frage in einer Klausur, die schon eh eine sehr geringe Materialgrundlage hat, sollte (einsichtiger Weise) auf diesen Text bezogen werden: Wie geht diese Ballade von Goethe mit diesen Charakteren aus?
Es ist die ureigene Aufgabe des Deutschunterrichtes, danach zu fragen, wie jemand einen Text verstanden hat – und das kann auch in dieser Form geschehen, einen Schluss zu finden, der dazu passt, weil man an der Fortsetzung erkennen kann, was für das Verständnis des Lesenden so wichtig war, dass es fortgesetzt werden musste.
Mit den vielfältigen z.T. differenzierten z.T. primitivsten Elementen des kommerziellen (auf das einfachste und undifferenzierteste Verständnis des Publikums abzielenden) Phantasmen des Vampir-Genres konnte hier nichts gewonnen werden, denn diese Braut liebt es nicht ein Vampir zu sein: Trauer und Verzweiflung ist das vorherrschende Gefühl; und der Jüngling , der eben noch so zur Erfüllung seiner Lust drängte, ist er wirklich der um Gnade Jammernde , der seine Wahl Verfluchende oder ist er nicht der, der sich so verhält, wie man es von einem Jüngling erwartet, der ein Mann werden will, dass er nämlich zu seinem Begehren steht und sich mit dieser Braut vereinigen will, für ewig?
An der Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte habe ich die Qualität der Lösung dieser Aufgabe gemessen.
Überall dort, wo ich etwas über die Motive und (auch durchaus moralischen) Beweggründe der handelnden Personen in der Lösung erfahren habe, wurde dieser Qualitätsstandard erfüllt.
Aufgabe 3
Zentral für diese Aufgabe sind die Begriffe "Transformation" und "Gestaltungsvorschläge". Der erste Begriff war Bestandteil des Arbeitsauftrages im Unterricht: es ist eine Form gegeben, die die vorgegebenen Gestaltung auf in sich stimmige Weise in eine andere Form überführt; das Interesse lag daran zu sehen, wie Veränderungen, die ursprünglich vorgenommen wurden wegen der spezifischen Form andere Transformationen nötig machen. Mit den Gestaltungsvorschlägen muss sich die Klausur darum bescheiden, weil für die Gestaltung selbst keine Zeit bleibt.
Obwohl also beide Aufgaben auf den gleichen Inhalt zielen, nämlich die Auflösung der Schlusssituation in der "Braut von Korinth" , werden für beide unterschiedliche Maßstäbe angelegt. Nun ist es allerdings so, dass eine undifferenzierte Lösung in Aufgabe 2 eine genau beobachtende und hochkreative Lösung in 3 fast unmöglich macht, es sei denn durch eine Ironisierung oder durch Selbst- Parodieren, dennoch handelte es sich um zwei verschiedene Aufgaben, die nicht durcheinander zu bringen waren. Der Bewertungsmaßstab war hier, wie reflektiert und wirkungsbewusst die Vorschläge waren und welchen Neuigkeitswert sie für die Lösung haben – so versteht es sich von selbst, dass für die Braut eine ältere Frau gewählt wird, oder dass die Vorgänge in einer Mondnacht stattfinden; Klischees und Stereotypien stehen an einem Ende der Skala und originelle Lösungen oder solche, deren Wert sich nicht schon von selbst erklärt, sondern Ergebnis von Nachdenken ist, am anderen Ende.
In den Lösungen beider Aufgaben habe ich sehr bewusst danach gesucht, ob sich eine Spur des vorgelegten Textes in ihnen findet, insbesondere, ob die These, dass die Gestalt der untoten Braut aus dem Unbewussten, seinen Begierden und Ängsten entspringt.
Eine wenig unterscheidende Aufnahme des Textes fand ich in dem imaginierten Ende, in denen die Braut zu einem sich bösartig rächenden Wesen mutiert, weil der Begriff der Rache hier nicht auf ein einzelnes Wesen bezogen wird, sondern das Erscheinen des Unbewussten in Form eines Gespenstes, das sich nicht wegleugnen lässt, ist selbst die Rache an der Vernunft.
Die zweite Klausur ging schon um den Faust:
Erwartungshorizont Klausur Nr. 2 Thema Faust
Aufgabe 1
Aus dem durchgearbeiteten Teil des Urfaust wird in dieser Fortsetzung vor allem die Erscheinung des Erdgeistes wieder aufgenommen, dem Faust sich verwandt fühlt, obwohl er den Anblick zunächst nicht erträgt (einen" furchtsam weggekrümmten Wurm" nennt ihn der Erdgeist; Faust überkam ein Vernichtungsgefühl, das sich auch hier ausdrückt ("dem Wurme gleich ich, der den Staube durchwühlt"), Faust hat die Kränkung, dass er als "Ebenbild der Gottheit" (hier im Text nennt er sich "mehr als Cherub") nicht dem Erdgeist gleicht, noch nicht verwunden.
Faust sieht sich zurückgestoßen in die Welt des Staubes und der Motten, die Welt seiner Studierstube, die vollgestellt ist mit altem unbrauchbaren Zeug , in der sich gefangen und eingeengt fühlt ("weh, steck ich in dem Kerker noch..."). Wollte Faust in der Eingangsszene "erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält" so spricht er hier von den Geheimnissen der Natur, die sich "ihres Schleiers nicht berauben( lässt)"; der "Urväterhausrat", den Faust in der Eingangsszene als "dreingestopft" erlebt, spricht er mit den Instrumenten der veralteten Wissenschaft noch einmal an, die nur da sind "weil (euch) mein Vater brauchte", sogar das "angeraucht Papier", mit dem die Regale seines Arbeitszimmers "besteckt" sind tauch hier als "angeschmauchte Rolle" wieder auf.
Aufgabe 2
Adern finden sich im eigentlichen Sinne nur bei Lebewesen (Bäumen und Tieren), in ihnen zirkuliert die für die Aufrechterhaltung des Lebens essentiell wichtige Flüssigkeit, bei Tieren das Blut
Wenn von den "Adern der Natur" gesprochen wird, überträgt diese Merapher die Eigenschaft "Körperlichkeit" auf den abstrakten Begriff "Natur", die ja keinen Körper hat, sondern vielmehr das schlechthin Gegebene bezeichnet, von dem alles, was sich in der Welt findet ein Teil ist. Diese Art metaphorischer Übertragug nennt man auch "Personifikation"
Manche Motten (die, die Menschen in ihrem Haushalt vor allem fürchten) leben
von Kleidern oder Getreide, die nicht sorgsam geschützt sind oder die selten oder nicht gebraucht werden, in dunklen Ecken oder staubigen Kästen, sie sind eklig und unerwünscht. Alte unbrauchbare Kleidung ist oft von Motten zerfressen. Der begriff "Welt" wird hier genauso gebraucht, wie in der Eingangsszene ("Das ist deine Welt, das heißt eine Welt") im Sinne von Lebenswelt, persönliche Umgebung. Also ist der persönliche Kosmos einer, der so alt und unbrauchbar verstaubt im Dunkel liegt, dass sich die Motten über ihn hermachen. Diese Welt so schnell wie möglich loszuwerden ist schon fast körperliches Bedürfnis.
Nicht nur (weise???) alte Männer haben Bärte, sondern vor allem auch Schlüssel und diese Bärte können sehr einfach sein aber auch kompliziert geformt, damit das Schloss, das sie verwahren, nicht mit einem Stück gebogenem Draht zu öffnen ist.
Das Öffnen geschieht ja dadurch, dass ein Riegel mit Hilfe des Schlüssel beiseite geschoben wird. Also sind diese Instrumente zwar kompliziert, aber das macht sie nicht tauglicher, das Schloss zu öffnen - sie passen nicht.
Ein Schleier ist in gewisser Weise ein paradoxer Gegenstand. erverhüllt etwas, entzieht das, was er bedeckt der Sichtbarkeit, aber zugleich zeigt er, dass eer etwas verhüllt. Das Wort "verstecken" oder "unsichtbar machen" trifft unter diesem Aspekt den Begriff "Schleier" nicht.
Das Wort "Schleier" verbindet sich fast automatisch mit dem Begriff "Braut". Die Braut ist verschleiert für alle Anwesenden, der Bräutigam darf den Schleier heben oder für ihn hebt ihn die Braut – die Symbolik ist mehr als deutlich! Es ist darin enthalten: den Schleier zu lüften heißt, die Braut (die Frau) in Besitz nehmen, das Anschauen ist für den Schleier nur die gemilderte Form des Anfassens.
Sich den Schleier nicht rauben lassen heißt also, sich nicht gefallen lassen, dass jemand mit Gewalt Besitz ergreift von der Verschleierten.
In diesem Bild wird wieder die Natur als weibliche Person gezeigt, von der gierige Hände Besitz ergreifen wollen, gegen die sie sich verteidigt, sie läßt sich ihre Schleier nicht rauben - mag sein, wen der rechte Bräutigam kommt...
Aufgabe 3
Und diese hohe Wand aus hundert verstaubten Fächern engt ich ein, all diese Sachen, die ein Lebensraum für Motten sind, bedrängen mich. Hier soll ich finden, was mir fehlt?
Soll ich vielleicht in tausend Büchern lesen, dass sich immer wieder die überall die Menschen gequält haben und dass ab und zu einmal ein Glücklicher dabei war?
Was grinst du hohler Schädel mich an? Du warst doch einst genauso verwirrt wie ich, hast ein wenig Zerstreuung und Lebensfreude gesucht, nur um in der Dämmerung wieder festzustellen, dass die Sehnsucht nach Wahrheit immer noch ungestillt ist.
Ihr altbewährten Instrumente verspottet mich jetzt, wart aber Schlüssel, die eigentlich nie irgendeine Tür geöffnet haben. Die Natur läßt sich selbst am helllichten Tag nicht durchschauen und was sie nicht von sich aus preisgibt, das bekommst du auch mit noch so guten Geräten heraus.
Das alte gerät hab ich nie gebraucht, es ist nur hier, weil es mein Vater hier gelassen hat.
Meine wenige zeit und mein Geld hätte ich auch besser investieren als hier mit diesem Zeug zu versauern.
Was man vererbt bekommt, hat man nur um es zu besitzen und was man nicht benutzt, wird zu einer schweren Last.Nur, was von hier und heute ist, kann man wirklich gebrauchen. (Schülerlösung)
Die erste Klausur ging über "Die Braut von Korinth"
Der ausgegebene Text war aus dem Netz und war der Folgende
"Ballade" bedeutet ursprünglich eigentlich Tanzlied (von "ballare" = tanzen): am Anfang war die "Ballata" ein Tanzlied mit Refrain. Daraus wird dann in der europäischen Tradition ein Erzähllied, wobei der Refrain meistens wegfällt.
Die Balladen, die wir kennen, sind meistens Kunstballaden. Bevor sich aber die Kunstballade entwickelt hat, gibt es eine lange Tradition der Volksballade, die, vor allem in England und Schottland, dämonische und magische Stoffe aufnimmt ("numinose" oder "naturmagische" Ballade).
Solche naturmagische und auch Geisterballaden gibt es auch bei Goethe: Goethe liebt das Geheimnisvolle und Mysteriöse, in dem sich für ihn eine ältere Denkform ausdrückt. Eine magische Denkform, die im Gegensatz zur aufgeklärten Vernunft steht und von dieser auch nicht begriffen werden kann. In Goethes Balladen bricht immer wieder eine mythische Wirklichkeit in die Welt ein. Das durch Vernunft Verdrängte kehrt zurück und rächt sich für seine Unterdrückung. Das gilt schon für seine frühen Ballden (Sturm und Drang), Der Fischer (1778) und Der Erlkönig (1782).
Im Erlkönig bricht das Dämonische in die rationale Welt des Vaters ein, der alles vernünftig erklären will. Große Dramatik durch die direkte Rede (Mittel des Dramas!). Konsens besteht inzwischen darin, dass man den Vater nicht als (einzigen) Perspektivpunkt ansehen kann. Der Vater leugnet den numinosen Bereich, modern gesprochen: den Bereich des Unbewussten, des Begehrens, des Sexuellen.
Das Kind hat rein zu sein und koste es sein Leben. Die sexuelle Verführung wendet sich an die bisexuelle Veranlagung des Kindes: deswegen das Doppelangebot des Erlkönigs ("willst, feiner Knabe, du mit mir gehn", "meine Töchter"). Auch in der Ballade Der Fischer geht es um erotische Verführung, hier durch eine Nixe: "Halb zog sie ihn, halb sank er hin, / Und ward nicht mehr gesehn."
Goethe verwendet also die numinose Ballade oder die Geisterballade, um die unbewussten Begierden des Menschen, seine Natur im Gegensatz zur Vernunft zur Sprache zu bringen. Er begibt sich damit in Gegensatz zu Schiller, der die Ballade veredeln will und sie einer sittlichen Idee unterstellt.
So bleibt für Goethe die Ballade immer an ihrer Herkunft orientiert: der englisch-schottischen Volksballade, die das Mysteriöse, Rätselhafte und Unheimliche der Existenz gestalten.
Die Braut von Korinth wäre für Schiller ein inakzeptabler Stoff gewesen.
Während Goethe die Macht des Unbewussten darstellt, geht es Schiller um die Darstellung eines sittlichen Ideals. Schiller hat die Verbindung zur englisch-schottischen Volksballade ganz abgeschnitten. Seine Balladen sind nicht unheimlich und magisch; sie spielen nicht in der Welt des Aberglaubens, es gibt keine Geister oder Gespenster, höchstens Zusammenstöße mit der Naturgewalt, die den Menschen vernichtet.
http://www.ph-freiburg.de/php3-cgi/nntp/article.php3?id=51&group=de.phfr.deutsch.einfuehrung.pfeiffer
leider funktioniert der lnk nicht mehr, so dass ich auch keine andere Quelle angeben kann
Erwartungshorizont Klausur Nr.1 GK 12.1 Peters
Aufgabe 1
a)
Dies war eine etwas andere Aufgabe als die, einen Text zu reproduzieren: es war möglich, eine Auswahl zu treffen und den Inhalt dieser Auswahl zunächst wiederzugeben.
Relevant konnten die folgenden Punke sein:
Herkunft des Wortes Ballade (aber die zeigt hier eigentlich nur, dass dasUrsprungswort manchmal denkbat wenig über die Sache aussagt!)
Abstammung der Ballade von der Volksballade (Was ist das eigentlich?)
Entwicklung von der Volksballade zur Kunstballade
Innerhalb der Kunstballade Wiederaufnahme der englisch/schottischen Tradition der "numinosen" oder "naturmagischen" Ballade Goethes Wahl
Gegensatz (nicht Widerspruch!) zur aufgeklärten Vernunft (die nur Geprüftes gelten lässt)
Es gibt mehr als das, was die Vernunft gelten lässt ( nicht: es gibt nur noch das und Vernunft ist nicht wichtig! ); das, was nicht zur Geltung kommen darf, kommt zurück und nimmt sich mehr von Leben der Menschen als ihm zukommen darf ( der Begriff der Rache mit anderen Worten ausgedrückt)
Beispiele aus Goethes Werk (wenn bekannt!)
Das ins Unbewusste Verdrängte ist vor allem der Bereich des Begehrens, der Sexualität ( in anerkannter männlich/weiblicher oder in nur verdeckt gelebter pädophiler Form). In zwei Balladen ist es das weibliche Begehren, das Thema wird (Nixe, Braut).
Im Fall der Nixe wird deutlich: dies ist ein Naturwesen, ungezähmt durch Konvention, das seiner Begierde freien Lauf lässt, im Falle der Braut von Korinth ein Wesen, das durch den Tod jenseits gesellschaftlicher und sogar menschlicher vernünftiger Konventionalität steht; diese Wesen bringen das Recht des Unbewussten gegenüber dem aufgeklärten Vernunftwesen zur Geltung.
Goethe im Gegensatz zu Schiller und seiner Ideenballade, die die Darstellung sittlicher Vervollkommnung zum Ziel hat.
b)
Wenn alles davon gleich wichtig wäre für das Verständnis, dann gäbe es ein Problem: das dauert lange, um das wiederzugeben, deshalb die Chance der Auswahl und die Verpflichtung, sie zu erläutern.
Über den Begriff der "Folie für das Verständnis" haben wir gesprochen – es war nützlich, dies ganz kurz zu erinnern und dann zu zeigen, welche Inhalte hier wirklich etwas Neues sichtbar machten. Also war darzustellen: was ist das Neue? Was hat es für mich sichtbar gemacht, was ich vorher nicht gesehen hatte.
Aufgabe 2
Der zentrale Satz ist : "Wie löst sich die Situation in dem Zimmer auf?" Und darauf bezogen: "Imaginiere einen Schluss der Ballade, der dir plausibel erscheint."
Eine solche Frage in einer Klausur, die schon eh eine sehr geringe Materialgrundlage hat, sollte (einsichtiger Weise) auf diesen Text bezogen werden: Wie geht diese Ballade von Goethe mit diesen Charakteren aus?
Es ist die ureigene Aufgabe des Deutschunterrichtes, danach zu fragen, wie jemand einen Text verstanden hat – und das kann auch in dieser Form geschehen, einen Schluss zu finden, der dazu passt, weil man an der Fortsetzung erkennen kann, was für das Verständnis des Lesenden so wichtig war, dass es fortgesetzt werden musste.
Mit den vielfältigen z.T. differenzierten z.T. primitivsten Elementen des kommerziellen (auf das einfachste und undifferenzierteste Verständnis des Publikums abzielenden) Phantasmen des Vampir-Genres konnte hier nichts gewonnen werden, denn diese Braut liebt es nicht ein Vampir zu sein: Trauer und Verzweiflung ist das vorherrschende Gefühl; und der Jüngling , der eben noch so zur Erfüllung seiner Lust drängte, ist er wirklich der um Gnade Jammernde , der seine Wahl Verfluchende oder ist er nicht der, der sich so verhält, wie man es von einem Jüngling erwartet, der ein Mann werden will, dass er nämlich zu seinem Begehren steht und sich mit dieser Braut vereinigen will, für ewig?
An der Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte habe ich die Qualität der Lösung dieser Aufgabe gemessen.
Überall dort, wo ich etwas über die Motive und (auch durchaus moralischen) Beweggründe der handelnden Personen in der Lösung erfahren habe, wurde dieser Qualitätsstandard erfüllt.
Aufgabe 3
Zentral für diese Aufgabe sind die Begriffe "Transformation" und "Gestaltungsvorschläge". Der erste Begriff war Bestandteil des Arbeitsauftrages im Unterricht: es ist eine Form gegeben, die die vorgegebenen Gestaltung auf in sich stimmige Weise in eine andere Form überführt; das Interesse lag daran zu sehen, wie Veränderungen, die ursprünglich vorgenommen wurden wegen der spezifischen Form andere Transformationen nötig machen. Mit den Gestaltungsvorschlägen muss sich die Klausur darum bescheiden, weil für die Gestaltung selbst keine Zeit bleibt.
Obwohl also beide Aufgaben auf den gleichen Inhalt zielen, nämlich die Auflösung der Schlusssituation in der "Braut von Korinth" , werden für beide unterschiedliche Maßstäbe angelegt. Nun ist es allerdings so, dass eine undifferenzierte Lösung in Aufgabe 2 eine genau beobachtende und hochkreative Lösung in 3 fast unmöglich macht, es sei denn durch eine Ironisierung oder durch Selbst- Parodieren, dennoch handelte es sich um zwei verschiedene Aufgaben, die nicht durcheinander zu bringen waren. Der Bewertungsmaßstab war hier, wie reflektiert und wirkungsbewusst die Vorschläge waren und welchen Neuigkeitswert sie für die Lösung haben – so versteht es sich von selbst, dass für die Braut eine ältere Frau gewählt wird, oder dass die Vorgänge in einer Mondnacht stattfinden; Klischees und Stereotypien stehen an einem Ende der Skala und originelle Lösungen oder solche, deren Wert sich nicht schon von selbst erklärt, sondern Ergebnis von Nachdenken ist, am anderen Ende.
In den Lösungen beider Aufgaben habe ich sehr bewusst danach gesucht, ob sich eine Spur des vorgelegten Textes in ihnen findet, insbesondere, ob die These, dass die Gestalt der untoten Braut aus dem Unbewussten, seinen Begierden und Ängsten entspringt.
Eine wenig unterscheidende Aufnahme des Textes fand ich in dem imaginierten Ende, in denen die Braut zu einem sich bösartig rächenden Wesen mutiert, weil der Begriff der Rache hier nicht auf ein einzelnes Wesen bezogen wird, sondern das Erscheinen des Unbewussten in Form eines Gespenstes, das sich nicht wegleugnen lässt, ist selbst die Rache an der Vernunft.
Die zweite Klausur ging schon um den Faust:
Erwartungshorizont Klausur Nr. 2 Thema Faust
Aufgabe 1
Aus dem durchgearbeiteten Teil des Urfaust wird in dieser Fortsetzung vor allem die Erscheinung des Erdgeistes wieder aufgenommen, dem Faust sich verwandt fühlt, obwohl er den Anblick zunächst nicht erträgt (einen" furchtsam weggekrümmten Wurm" nennt ihn der Erdgeist; Faust überkam ein Vernichtungsgefühl, das sich auch hier ausdrückt ("dem Wurme gleich ich, der den Staube durchwühlt"), Faust hat die Kränkung, dass er als "Ebenbild der Gottheit" (hier im Text nennt er sich "mehr als Cherub") nicht dem Erdgeist gleicht, noch nicht verwunden.
Faust sieht sich zurückgestoßen in die Welt des Staubes und der Motten, die Welt seiner Studierstube, die vollgestellt ist mit altem unbrauchbaren Zeug , in der sich gefangen und eingeengt fühlt ("weh, steck ich in dem Kerker noch..."). Wollte Faust in der Eingangsszene "erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält" so spricht er hier von den Geheimnissen der Natur, die sich "ihres Schleiers nicht berauben( lässt)"; der "Urväterhausrat", den Faust in der Eingangsszene als "dreingestopft" erlebt, spricht er mit den Instrumenten der veralteten Wissenschaft noch einmal an, die nur da sind "weil (euch) mein Vater brauchte", sogar das "angeraucht Papier", mit dem die Regale seines Arbeitszimmers "besteckt" sind tauch hier als "angeschmauchte Rolle" wieder auf.
Aufgabe 2
Adern finden sich im eigentlichen Sinne nur bei Lebewesen (Bäumen und Tieren), in ihnen zirkuliert die für die Aufrechterhaltung des Lebens essentiell wichtige Flüssigkeit, bei Tieren das Blut
Wenn von den "Adern der Natur" gesprochen wird, überträgt diese Merapher die Eigenschaft "Körperlichkeit" auf den abstrakten Begriff "Natur", die ja keinen Körper hat, sondern vielmehr das schlechthin Gegebene bezeichnet, von dem alles, was sich in der Welt findet ein Teil ist. Diese Art metaphorischer Übertragug nennt man auch "Personifikation"
Manche Motten (die, die Menschen in ihrem Haushalt vor allem fürchten) leben
von Kleidern oder Getreide, die nicht sorgsam geschützt sind oder die selten oder nicht gebraucht werden, in dunklen Ecken oder staubigen Kästen, sie sind eklig und unerwünscht. Alte unbrauchbare Kleidung ist oft von Motten zerfressen. Der begriff "Welt" wird hier genauso gebraucht, wie in der Eingangsszene ("Das ist deine Welt, das heißt eine Welt") im Sinne von Lebenswelt, persönliche Umgebung. Also ist der persönliche Kosmos einer, der so alt und unbrauchbar verstaubt im Dunkel liegt, dass sich die Motten über ihn hermachen. Diese Welt so schnell wie möglich loszuwerden ist schon fast körperliches Bedürfnis.
Nicht nur (weise???) alte Männer haben Bärte, sondern vor allem auch Schlüssel und diese Bärte können sehr einfach sein aber auch kompliziert geformt, damit das Schloss, das sie verwahren, nicht mit einem Stück gebogenem Draht zu öffnen ist.
Das Öffnen geschieht ja dadurch, dass ein Riegel mit Hilfe des Schlüssel beiseite geschoben wird. Also sind diese Instrumente zwar kompliziert, aber das macht sie nicht tauglicher, das Schloss zu öffnen - sie passen nicht.
Ein Schleier ist in gewisser Weise ein paradoxer Gegenstand. erverhüllt etwas, entzieht das, was er bedeckt der Sichtbarkeit, aber zugleich zeigt er, dass eer etwas verhüllt. Das Wort "verstecken" oder "unsichtbar machen" trifft unter diesem Aspekt den Begriff "Schleier" nicht.
Das Wort "Schleier" verbindet sich fast automatisch mit dem Begriff "Braut". Die Braut ist verschleiert für alle Anwesenden, der Bräutigam darf den Schleier heben oder für ihn hebt ihn die Braut – die Symbolik ist mehr als deutlich! Es ist darin enthalten: den Schleier zu lüften heißt, die Braut (die Frau) in Besitz nehmen, das Anschauen ist für den Schleier nur die gemilderte Form des Anfassens.
Sich den Schleier nicht rauben lassen heißt also, sich nicht gefallen lassen, dass jemand mit Gewalt Besitz ergreift von der Verschleierten.
In diesem Bild wird wieder die Natur als weibliche Person gezeigt, von der gierige Hände Besitz ergreifen wollen, gegen die sie sich verteidigt, sie läßt sich ihre Schleier nicht rauben - mag sein, wen der rechte Bräutigam kommt...
Aufgabe 3
Und diese hohe Wand aus hundert verstaubten Fächern engt ich ein, all diese Sachen, die ein Lebensraum für Motten sind, bedrängen mich. Hier soll ich finden, was mir fehlt?
Soll ich vielleicht in tausend Büchern lesen, dass sich immer wieder die überall die Menschen gequält haben und dass ab und zu einmal ein Glücklicher dabei war?
Was grinst du hohler Schädel mich an? Du warst doch einst genauso verwirrt wie ich, hast ein wenig Zerstreuung und Lebensfreude gesucht, nur um in der Dämmerung wieder festzustellen, dass die Sehnsucht nach Wahrheit immer noch ungestillt ist.
Ihr altbewährten Instrumente verspottet mich jetzt, wart aber Schlüssel, die eigentlich nie irgendeine Tür geöffnet haben. Die Natur läßt sich selbst am helllichten Tag nicht durchschauen und was sie nicht von sich aus preisgibt, das bekommst du auch mit noch so guten Geräten heraus.
Das alte gerät hab ich nie gebraucht, es ist nur hier, weil es mein Vater hier gelassen hat.
Meine wenige zeit und mein Geld hätte ich auch besser investieren als hier mit diesem Zeug zu versauern.
Was man vererbt bekommt, hat man nur um es zu besitzen und was man nicht benutzt, wird zu einer schweren Last.Nur, was von hier und heute ist, kann man wirklich gebrauchen. (Schülerlösung)
Monday, November 07, 2005
Was ist der Mensch?
In dem Zusammenhang des Ethik-Kurses ist die Frage gestellt worden:
„Was kann man vom Menschen erwarten?“ und zwar in dem doppelten Sinne:
„Was kann man von einem Menschen legitimer Weise fordern?"
„Welche Handlungen sind von einem Menschen mit größter Wahrscheinlich zu erwarten?“
Nach Kant sind es vier Fragen, die die Philosophie beschäftigen:
Was sollen wir tun? – das ist die Frage der Praktischen Philosophie
Was können wir wissen ? – das ist die Frage der Theorie der Erkenntnis
Was dürfen wir hoffen? – das ist die Frage der Metaphysik
Was ist der Mensch?
Diese vier Fragen stehen nicht in einer Reihenfolge, sondern die Antwort auf die eine von ihnen gibt die möglichen Antworten auf die anderen vor, die Fragen sind interdependent und nur in einem Gesamtzusammenhang zu beantworten.
Wenn wir Klarheit darüber brauchen, wonach wir unser (moralisches ) Handeln ausrichten sollen, müssen wir uns in einem Gespräch mit uns selbst und in einem Diskurs mit anderen Menschen Klarheit darüber verschaffen, was unter gegebenen Umständen getan werden soll. Es ist aber widersinnig, Menschen Handlungen abzuverlangen, die ihnen von der Natur, seiner biologischen Konstitution, her nicht möglich sind.( dem alten lateinischen Rechtsspruch folgend ultra posse nemo obligatur)
Es sind deshalb bei der Beantwortung der zentralen Frage nach den Bestimmungsgründen des menschen zwei methodisch und theoretisch disparate Wege zu gehen.Sie führen zu unterschiedlichen Zielen, es wird also am Ende der Überlegungen dieses Kurses manches geklärt sein, was man vom Menschen erwarten kann und doch werden wichtige Fragen nach dem, was den Menschen ausmacht, zwei widerstreitende Antworten finden.
Aber vielleicht ist es ja auch gerade dies, was den Menschen am tiefsten ausmacht, dass er im Widerspruch lebt und ohne diesen auszuhaltenden Widerspruch auch nicht zu begreifen ist.
Auf Seite 36 des pdf-Dokuments " Elk Franke Skript - "Einführung in die Sportpädagogik/ -philosophie" (451 Kb)" findet sich eine systematische Aufstellung über den doppelten Zugangsweg. Dieses Script enthält für die hier hier interessierende Fragestellung noch weitere in unerem Zusammenhang bedeutsame Informationen.
http://www2.rz.hu-berlin.de/sportpaed/Lehrmaterialien_SS_05.htm
Für die erste Näherung genügt die folgende Bestimmung
Der Mensch als naturwissenschaftliches Objekt
Herkunft des Wissens
Empirie: Blick auf sinnlich wahrnehmbare Fakten
Der Mensch als geistig-vernüntiges und wertorientiertes Wesen
Herkunft des Wissens
Introspektion: Blick auf sich selbst; Analyse von Sprachbedeutung
„Was kann man vom Menschen erwarten?“ und zwar in dem doppelten Sinne:
„Was kann man von einem Menschen legitimer Weise fordern?"
„Welche Handlungen sind von einem Menschen mit größter Wahrscheinlich zu erwarten?“
Nach Kant sind es vier Fragen, die die Philosophie beschäftigen:
Was sollen wir tun? – das ist die Frage der Praktischen Philosophie
Was können wir wissen ? – das ist die Frage der Theorie der Erkenntnis
Was dürfen wir hoffen? – das ist die Frage der Metaphysik
Was ist der Mensch?
Diese vier Fragen stehen nicht in einer Reihenfolge, sondern die Antwort auf die eine von ihnen gibt die möglichen Antworten auf die anderen vor, die Fragen sind interdependent und nur in einem Gesamtzusammenhang zu beantworten.
Wenn wir Klarheit darüber brauchen, wonach wir unser (moralisches ) Handeln ausrichten sollen, müssen wir uns in einem Gespräch mit uns selbst und in einem Diskurs mit anderen Menschen Klarheit darüber verschaffen, was unter gegebenen Umständen getan werden soll. Es ist aber widersinnig, Menschen Handlungen abzuverlangen, die ihnen von der Natur, seiner biologischen Konstitution, her nicht möglich sind.( dem alten lateinischen Rechtsspruch folgend ultra posse nemo obligatur)
Es sind deshalb bei der Beantwortung der zentralen Frage nach den Bestimmungsgründen des menschen zwei methodisch und theoretisch disparate Wege zu gehen.Sie führen zu unterschiedlichen Zielen, es wird also am Ende der Überlegungen dieses Kurses manches geklärt sein, was man vom Menschen erwarten kann und doch werden wichtige Fragen nach dem, was den Menschen ausmacht, zwei widerstreitende Antworten finden.
Aber vielleicht ist es ja auch gerade dies, was den Menschen am tiefsten ausmacht, dass er im Widerspruch lebt und ohne diesen auszuhaltenden Widerspruch auch nicht zu begreifen ist.
Auf Seite 36 des pdf-Dokuments " Elk Franke Skript - "Einführung in die Sportpädagogik/ -philosophie" (451 Kb)" findet sich eine systematische Aufstellung über den doppelten Zugangsweg. Dieses Script enthält für die hier hier interessierende Fragestellung noch weitere in unerem Zusammenhang bedeutsame Informationen.
http://www2.rz.hu-berlin.de/sportpaed/Lehrmaterialien_SS_05.htm
Für die erste Näherung genügt die folgende Bestimmung
Der Mensch als naturwissenschaftliches Objekt
Herkunft des Wissens
Empirie: Blick auf sinnlich wahrnehmbare Fakten
Der Mensch als geistig-vernüntiges und wertorientiertes Wesen
Herkunft des Wissens
Introspektion: Blick auf sich selbst; Analyse von Sprachbedeutung
Sunday, October 30, 2005
Fragen & Antworten zum Thema Recht
Fragebogen zur Einführung
Welche der folgenden Aussagen ist durch den Text gedeckt (mehrfache Lösungen möglich)
1.
a) Rechtsnormen, die nicht der moralischen Überzeugung der Bevölkerung entsprechen, sind ungültig.
b) Recht und Moral können sich in einer Gesellschaft nie vollständig decken.
c) Im Gegensatz zur Moral kann das Gesetz sich Gehorsam erzwingen.
d) Staatliches Recht muss begrifflich und faktisch völlig von der Moral einer Gesellschaft getrennt werden.
2. Die Veränderung des Rechtes orientiert sich an
a) den sozialen Bedürfnissen einer Gesellschaft
b) den sittlichen Geboten des christlichen Abendlandes
c) den Erfordernissen einer hochentwickelten globalierten Wirtschaft
d) der gesellschaftlichen Wirklichkeit
3. Welcher Satz ist im Sinne der Einführung als falsch zu bezeichnen?
a) Im Gegensatz zum Gesetz fordern moralische Normen keine umfassende Verbindlichkeit.
b) Nicht alle vom Gesetz vorgeschriebenen Pflichten können vom Gesetz erzwungen werden.
c) Das Gesetz gibt den Menschen die Freiheit, sich für das moralische System zu entscheiden, das sie für richtig halten
d) Das Gesetz darf bestimmte, aus einer Moralvorstellung stammende Forderungen an den Bürger vorschreiben.
4. Gib 3 Beispiele dafür, wie sich das deutsche Recht dem gewandelten Gerechtigkeits- und Moralempfinden der Bevölkerungsmehrheit angepasst hat.
Antworten:
Lösung des Fragebogens zur Einführung:
1 b, c
2.a,d
3. a
4. Wahlrecht für Frauen, Billigung von Homosexualität unter Erwachsenen, Abschaffung der Todesstrafe, schwere Bestrafung von Körperverletzung, Strafe für Vergewaltigung in der Ehe und Kindesmissbrauch, weniger Steuern für kinderreiche Familien
Welche der folgenden Aussagen ist durch den Text gedeckt (mehrfache Lösungen möglich)
1.
a) Rechtsnormen, die nicht der moralischen Überzeugung der Bevölkerung entsprechen, sind ungültig.
b) Recht und Moral können sich in einer Gesellschaft nie vollständig decken.
c) Im Gegensatz zur Moral kann das Gesetz sich Gehorsam erzwingen.
d) Staatliches Recht muss begrifflich und faktisch völlig von der Moral einer Gesellschaft getrennt werden.
2. Die Veränderung des Rechtes orientiert sich an
a) den sozialen Bedürfnissen einer Gesellschaft
b) den sittlichen Geboten des christlichen Abendlandes
c) den Erfordernissen einer hochentwickelten globalierten Wirtschaft
d) der gesellschaftlichen Wirklichkeit
3. Welcher Satz ist im Sinne der Einführung als falsch zu bezeichnen?
a) Im Gegensatz zum Gesetz fordern moralische Normen keine umfassende Verbindlichkeit.
b) Nicht alle vom Gesetz vorgeschriebenen Pflichten können vom Gesetz erzwungen werden.
c) Das Gesetz gibt den Menschen die Freiheit, sich für das moralische System zu entscheiden, das sie für richtig halten
d) Das Gesetz darf bestimmte, aus einer Moralvorstellung stammende Forderungen an den Bürger vorschreiben.
4. Gib 3 Beispiele dafür, wie sich das deutsche Recht dem gewandelten Gerechtigkeits- und Moralempfinden der Bevölkerungsmehrheit angepasst hat.
Antworten:
Lösung des Fragebogens zur Einführung:
1 b, c
2.a,d
3. a
4. Wahlrecht für Frauen, Billigung von Homosexualität unter Erwachsenen, Abschaffung der Todesstrafe, schwere Bestrafung von Körperverletzung, Strafe für Vergewaltigung in der Ehe und Kindesmissbrauch, weniger Steuern für kinderreiche Familien
Thursday, October 13, 2005
Themen zur Glocke
Die hier besprochenen Themen überlappen sich zum Teil und dahe werden einige Textstellen mehrfach als Belege für bestimmte Textaussagen angeführt.
Der Mensch und das Schicksal
Es gibt eine Vorherbestimmung, die schon vor den Handlungen des Menschen festlegt, was ihm zustößt.
Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
Die schwarzen und die heitern Los
Und stimmen zu der Andacht Chor.
Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängnis bringt,
Der Mensch, der sich durch Grunderwerb oder andere Reichtümer eine feste Position geschaffen hat, glaubt sich dem Schicksal gegenüber sicher, aber diese Sicherheit trügt
Doch mit des Geschickes Mächten
Ist kein ewger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell.
Das Unglück trifft die Menschen wahllos, ohne auf ihre Verdienste zu achten.
Aus der Wolke, ohne Wahl,
Zuckt der Strahl!
Die Zerstörungen der Naturgewalten erträgt der Mensch stoisch ohne große Gefühlsregung Einen Blick
Nach den Grabe
Seiner Habe
Sendet noch der Mensch zurück -
Greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
solange sein elementares Beziehungsgeflecht intakt bleibt; es ist ihm wichtiger als materieller Besitz
Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Haupter seiner Lieben,
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.
.
Das Schicksal muss der Mensch hinnehmen wie es kommt,
Dem Schicksal leihe sie die Zunge,
Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
er muss wissen, dass am Ende alles, was tut, der Vernichtung anheim fällt.
So lehre sie, daß nichts bestehet,
Daß alles Irdische verhallt.
Der Mensch und die Natur
Die Kräfte der Natur sind dem Menschen feindlich: sie zerstören ständig, was er im Widerstand gegen die Natur erschafft;
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand.
die Kräfte der Natur müssen vom Menschen im Zaum gehalten werden.
Wohtätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft
Die Kräfte der Natur können sich aber selbst befreien und werden dann stark und übermächtig wie die Götter.
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur
Auf der anderen Seite müssen die Menschen auf die Wohltätigkeit der Natur vertrauen, wenn sie zum Beispiel Feldbau betreiben; die kostbare Saat wird der Erde anvertraut, die dafür sorgen soll, dass sich die Frucht vermehrt.
Dem duklen Schoß der heilgen Erde
Vertrauen wir der Hände Tat,
Vertraut der Sämann seine Saat
Die der Städte Bau begründet,
Außerhalb der menschlichen Gesellschaft ist die Natur wild.
Munter fördert seine Schritte
Fern im wilden Forst der Wandrer
Nach der lieben Heimathütte.
Die menschlichen Gesellschaft macht aus naturnahen einsamen Wilden erst vollgültige Menschen
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesellgen Wilden
Der Krieg erscheint unberechenbar wie eine Naturgewalt, die ebenfalls das Menschenwerk zerstört.
Wo des rauhen Krieges Horden
Dieses stille Tal durchtoben,
Der Mensch und seine Beziehungen
Männer und Frauen ergänzten sich in ihren Eigenschaften, des Harten und des Weichen.
Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
Wo Starkes sich und Mildes paarten,
Da gibt es einen guten Klang.
Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist nicht Selbstzweck, sie muss Kinder hervorbringen und deren Überleben sichern.
Die Leidenschaft flieht!
Die Liebe muß bleiben,
Die Blume verblüht,
Die Frucht muß treiben.
Die Mann-Frau Beziehung ist durch eine klare Arbeitsteilung bestimmt.
Der Mann muß hinaus
Ins feindliche Leben
Die Außenbeziehungen werden vom Manne geregelt, während der Bereich der Frau das Haus und die Hausgemeinschft ist.
Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise,
Und lehret die Mädchen
Und wehret den Knaben,
Die Beziehung zur Mutter ist einzigartig und durch nichts zu ersetzen
Denn sie wohnt im Schattenlande,
Die des Hauses Mutter war,
Denn es fehlt ihr treues Walten,
Ihre Sorge wacht nicht mehr,
An verwaister Stätte schalten
Wird die Fremde, liebeleer.
Die Beziehungen außerhalb der Familie sind sowohl arbeitsteilig als auch streng hierarchisch.
Durch das Zusammenwirken der einzelnen Ebenen ergibt sich dadurch eine gegenseitige Verstärkung der Kräfte,
Tausend fleißge Hände regen,
helfen sich in munterm Bund,
Und in feurigem Bewegen
Werden alle Kräfte kund.
Meister rührt sich und Geselle
In der Freiheit heilgem Schutz.
Jeder freut sich seiner Stelle,
Bietet dem Verächter Trutz.
wenn sich aber ein hierarchisch tiefer Stehender etwas anmaßt, was ihm nicht zusteht, droht Unheil.
Der Meister kann die Form zerbrechen
Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
Wenn sich innerhalb des Gemeinwesens Konflikte anhäufen, wächst die Gefahr der Anarchie
Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Da zerret an der Glocken Strängen
Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
Die Losung anstimmt zur Gewalt
Ohne die Ordnung, die im Sinne der sozialen Ordnung zu verstehen ist,
Heilge Ordnung, segenreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau begründet,
werden die Menschen böse und gefährlich
Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
Da kann sich kein Gebild gestalten,
Wenn sich die Völker selbst befrein,
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn
und können keine menschlichen Gefühle mehr zeigen.
Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Die Zerstörungen der Naturgewalten erträgt der Mensch stoisch ohne große Gefühlserregung, solange sein elementares Beziehungsgeflecht intakt bleibt; es ist ihm wichtiger als materieller Besitz.
Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Haupter seiner Lieben,
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.
Die Eintracht der Menschen untereinander ist das höchste Ziel der Menschen in ihren Beziehungen
Holder Friede,
Süße Eintracht,
Weilet, weilet
Freundlich über dieser Stadt!
Der Mensch und die Gesellschaft
Das Leben in der Gesellschaft der Menschen ist riskant; jeder muss acht geben, dass er nicht betrogen wird und vor allem seinen eigenen Vorteil suchen, Moral ist in dem Teil der Gesellschaft, die das materielle Überleben sichert, nicht wichtig.
Der Mann muß hinaus
Ins feindliche Leben,
Muß wirken und streben
Und pflanzen und schaffen,
Erlisten, erraffen,
Muß wetten und wagen,
Das Glück zu erjagen.
Staatliche Gemeinschaft bietet den Menschen Schutz vor der Wildheit außerhalb dieser menschlichen Übereinkünfte und
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesellgen Wilden
der Wildheit in des Menschen eigenem Inneren.
Schwarz bedecket
Sich die Erde,
Doch den sichern Bürger schrecket
Nicht die Nacht,
Die den Bösen gräßlich wecket,
Denn das Auge des Gesetzes wacht.
Diese Wildheit des Menschen muss wie „des Feuers Macht“ gezähmt sein, sie ist immer vorhanden und kann schrecklich erwachen:
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Die Gesellschaft ist vor allem Ordnung: alle haben einen Platz in ihr, die Stellen, die das Individuum einnimmt, sind genau bezeichnet und vorbestimmt.
Die Individuen halten an dieser Ordnung fest, weil sie das erhalten möchten, was an staatlicher Gemeinschaft schon von den Vätern geschaffen wurde und was sie Vaterland nennen.
Heilge Ordnung, segenreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau begründet,
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesellgen Wilden,
Eintrat in der Menschen Hütten,
Sie gewöhnt zu sanften Sitten
Und das teuerste der Bande
Wob, den Trieb zum Vaterlande!
In dieser Auffassung muss zum Wohle der Gemeinschaft und zu ihrer Erhaltung Eintracht herrschen, die es auch nach Zwist und Streitigkeiten wiederherzustellen gilt.
Diese Bindungen sind notwendig, um die Gesellschaft zu erhalten.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.
Wer sich Freiheiten mit Gewalt verschaffen will, weil er sich unterdrückt fühlt und ungerecht behandelt, bringt die Gemeinschaft in Gefahr.
Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
Die Straßen füllen sich, die Hallen,
Und Würgerbanden ziehn umher,
Die Idee der Freiheit und der gleichen Rechte wird nur von wenigen Auserwählten verstanden; viele andere missbrauchen diese Begriffe zum Schaden des Allgemeinwohls.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
Und äschert Städt und Länder ein.
Der Mensch und das Schicksal
Es gibt eine Vorherbestimmung, die schon vor den Handlungen des Menschen festlegt, was ihm zustößt.
Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
Die schwarzen und die heitern Los
Und stimmen zu der Andacht Chor.
Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängnis bringt,
Der Mensch, der sich durch Grunderwerb oder andere Reichtümer eine feste Position geschaffen hat, glaubt sich dem Schicksal gegenüber sicher, aber diese Sicherheit trügt
Doch mit des Geschickes Mächten
Ist kein ewger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell.
Das Unglück trifft die Menschen wahllos, ohne auf ihre Verdienste zu achten.
Aus der Wolke, ohne Wahl,
Zuckt der Strahl!
Die Zerstörungen der Naturgewalten erträgt der Mensch stoisch ohne große Gefühlsregung Einen Blick
Nach den Grabe
Seiner Habe
Sendet noch der Mensch zurück -
Greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
solange sein elementares Beziehungsgeflecht intakt bleibt; es ist ihm wichtiger als materieller Besitz
Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Haupter seiner Lieben,
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.
.
Das Schicksal muss der Mensch hinnehmen wie es kommt,
Dem Schicksal leihe sie die Zunge,
Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
er muss wissen, dass am Ende alles, was tut, der Vernichtung anheim fällt.
So lehre sie, daß nichts bestehet,
Daß alles Irdische verhallt.
Der Mensch und die Natur
Die Kräfte der Natur sind dem Menschen feindlich: sie zerstören ständig, was er im Widerstand gegen die Natur erschafft;
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand.
die Kräfte der Natur müssen vom Menschen im Zaum gehalten werden.
Wohtätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft
Die Kräfte der Natur können sich aber selbst befreien und werden dann stark und übermächtig wie die Götter.
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur
Auf der anderen Seite müssen die Menschen auf die Wohltätigkeit der Natur vertrauen, wenn sie zum Beispiel Feldbau betreiben; die kostbare Saat wird der Erde anvertraut, die dafür sorgen soll, dass sich die Frucht vermehrt.
Dem duklen Schoß der heilgen Erde
Vertrauen wir der Hände Tat,
Vertraut der Sämann seine Saat
Die der Städte Bau begründet,
Außerhalb der menschlichen Gesellschaft ist die Natur wild.
Munter fördert seine Schritte
Fern im wilden Forst der Wandrer
Nach der lieben Heimathütte.
Die menschlichen Gesellschaft macht aus naturnahen einsamen Wilden erst vollgültige Menschen
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesellgen Wilden
Der Krieg erscheint unberechenbar wie eine Naturgewalt, die ebenfalls das Menschenwerk zerstört.
Wo des rauhen Krieges Horden
Dieses stille Tal durchtoben,
Der Mensch und seine Beziehungen
Männer und Frauen ergänzten sich in ihren Eigenschaften, des Harten und des Weichen.
Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
Wo Starkes sich und Mildes paarten,
Da gibt es einen guten Klang.
Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist nicht Selbstzweck, sie muss Kinder hervorbringen und deren Überleben sichern.
Die Leidenschaft flieht!
Die Liebe muß bleiben,
Die Blume verblüht,
Die Frucht muß treiben.
Die Mann-Frau Beziehung ist durch eine klare Arbeitsteilung bestimmt.
Der Mann muß hinaus
Ins feindliche Leben
Die Außenbeziehungen werden vom Manne geregelt, während der Bereich der Frau das Haus und die Hausgemeinschft ist.
Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise,
Und lehret die Mädchen
Und wehret den Knaben,
Die Beziehung zur Mutter ist einzigartig und durch nichts zu ersetzen
Denn sie wohnt im Schattenlande,
Die des Hauses Mutter war,
Denn es fehlt ihr treues Walten,
Ihre Sorge wacht nicht mehr,
An verwaister Stätte schalten
Wird die Fremde, liebeleer.
Die Beziehungen außerhalb der Familie sind sowohl arbeitsteilig als auch streng hierarchisch.
Durch das Zusammenwirken der einzelnen Ebenen ergibt sich dadurch eine gegenseitige Verstärkung der Kräfte,
Tausend fleißge Hände regen,
helfen sich in munterm Bund,
Und in feurigem Bewegen
Werden alle Kräfte kund.
Meister rührt sich und Geselle
In der Freiheit heilgem Schutz.
Jeder freut sich seiner Stelle,
Bietet dem Verächter Trutz.
wenn sich aber ein hierarchisch tiefer Stehender etwas anmaßt, was ihm nicht zusteht, droht Unheil.
Der Meister kann die Form zerbrechen
Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
Wenn sich innerhalb des Gemeinwesens Konflikte anhäufen, wächst die Gefahr der Anarchie
Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Da zerret an der Glocken Strängen
Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
Die Losung anstimmt zur Gewalt
Ohne die Ordnung, die im Sinne der sozialen Ordnung zu verstehen ist,
Heilge Ordnung, segenreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau begründet,
werden die Menschen böse und gefährlich
Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
Da kann sich kein Gebild gestalten,
Wenn sich die Völker selbst befrein,
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn
und können keine menschlichen Gefühle mehr zeigen.
Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Die Zerstörungen der Naturgewalten erträgt der Mensch stoisch ohne große Gefühlserregung, solange sein elementares Beziehungsgeflecht intakt bleibt; es ist ihm wichtiger als materieller Besitz.
Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Haupter seiner Lieben,
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.
Die Eintracht der Menschen untereinander ist das höchste Ziel der Menschen in ihren Beziehungen
Holder Friede,
Süße Eintracht,
Weilet, weilet
Freundlich über dieser Stadt!
Der Mensch und die Gesellschaft
Das Leben in der Gesellschaft der Menschen ist riskant; jeder muss acht geben, dass er nicht betrogen wird und vor allem seinen eigenen Vorteil suchen, Moral ist in dem Teil der Gesellschaft, die das materielle Überleben sichert, nicht wichtig.
Der Mann muß hinaus
Ins feindliche Leben,
Muß wirken und streben
Und pflanzen und schaffen,
Erlisten, erraffen,
Muß wetten und wagen,
Das Glück zu erjagen.
Staatliche Gemeinschaft bietet den Menschen Schutz vor der Wildheit außerhalb dieser menschlichen Übereinkünfte und
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesellgen Wilden
der Wildheit in des Menschen eigenem Inneren.
Schwarz bedecket
Sich die Erde,
Doch den sichern Bürger schrecket
Nicht die Nacht,
Die den Bösen gräßlich wecket,
Denn das Auge des Gesetzes wacht.
Diese Wildheit des Menschen muss wie „des Feuers Macht“ gezähmt sein, sie ist immer vorhanden und kann schrecklich erwachen:
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Die Gesellschaft ist vor allem Ordnung: alle haben einen Platz in ihr, die Stellen, die das Individuum einnimmt, sind genau bezeichnet und vorbestimmt.
Die Individuen halten an dieser Ordnung fest, weil sie das erhalten möchten, was an staatlicher Gemeinschaft schon von den Vätern geschaffen wurde und was sie Vaterland nennen.
Heilge Ordnung, segenreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau begründet,
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesellgen Wilden,
Eintrat in der Menschen Hütten,
Sie gewöhnt zu sanften Sitten
Und das teuerste der Bande
Wob, den Trieb zum Vaterlande!
In dieser Auffassung muss zum Wohle der Gemeinschaft und zu ihrer Erhaltung Eintracht herrschen, die es auch nach Zwist und Streitigkeiten wiederherzustellen gilt.
Diese Bindungen sind notwendig, um die Gesellschaft zu erhalten.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.
Wer sich Freiheiten mit Gewalt verschaffen will, weil er sich unterdrückt fühlt und ungerecht behandelt, bringt die Gemeinschaft in Gefahr.
Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
Die Straßen füllen sich, die Hallen,
Und Würgerbanden ziehn umher,
Die Idee der Freiheit und der gleichen Rechte wird nur von wenigen Auserwählten verstanden; viele andere missbrauchen diese Begriffe zum Schaden des Allgemeinwohls.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
Und äschert Städt und Länder ein.
Thursday, October 06, 2005
Fragen zu Maria Stuart

Um dieses Drama zu verstehen, muss man schon einiges wissen über die Geschichte und es ist eigentlich erstaunlich, wie sehr sich Schiller darauf verlässt, dass seine Zuschauer/innen sich vergegenwärtigen können, welche historischen Ereignisse den Hintergrund bilden. Natürlich war und ist das Theaterpublikum nicht durchweg gebildet und es muss auch keine Abiprüfung machen, wenn es die Stücke von Schiller verstehen will, aber einiges muss man schon wissen, jedenfalls in ganz groben Zügen.
1.
Das Stück spielt im Zeitalter der Glaubenskriege und der Gegensatz von Protestantismus und Katholizismus ist in diesem Stück so allgegenwärtig wie unversöhnlich.
2.
Elisabeth, die Tochter von Heinrich VIII, ist aus einer Verbindung hervorgegangen, die im katholischen Sinne keine gültige Ehe war, weil die Scheidung von seiner ersten Frau von der katholischen kirchlichen Autorität nicht anerkannt wurde und er also deshalb nicht neu heiraten konnte. Sein Ausweg aus dieser Situation war, dass er England protestantisch machte und die anglikanische Kirche gründete, die dann ihrerseits die Scheidung prinzipiell für alle erlaubte.
http://www.de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_VIII._(England)
Heinrich VIII ist ja bekannt dafür, dass er mehrere Frauen hatte, mit denen er nicht eben zartfühlend umging: die Mutter von Elisabeth, Anne Boylen, ließ er jedenfalls hinrichten, andere seiner sechs Frauen kamen dem durch einen passenden Tod zuvor.
3.
Im Zuge der Umwandlung der katholischen Kirche in die Kirche von England wurden alle Klöster im Königreich aufgelöst, der Landbesitz ging praktischer Weise in den Besitz der Krone über, die Klöster und Klosterkirchen wurden systematisch zerstört, inklusive der heiligen Kunstwerke. Die Mönche und Nonnen wurden verjagt und mussten zusehen, wo sie blieben – in die Klöster konnten sie ja nicht mehr zurück. Wer heute durch England reist, findet noch an vielen Orten die Reste dieser mutwillig zerstörten großen Abteien und man kann sich heute noch mit Abscheu vor einem solchen Akt der Barbarei abwenden. Es versteht sich von selbst, dass der Protestantismus, dem Heinrich auf diese Weise zum Sieg verholfen hatte, nicht bei allen Engländern beliebt war, viele wünschten sich die alte Zeit und den alten Glauben zurück.

4.Maria Stuart wurde von vielen Menschen als die rechtmäßige Thronerbin angesehen und ihr Anspruch ist eigentlich auch unbestreitbar, wenn man die Rechtsbeugung des Heinrich Nummer 8 nicht für Recht anerkennen will; wie dann ja auch nach dem Tod Elisabeths der Sohn von Maria Stuart den Thron bestieg. Allerdings war das Leben dieser Königin von Frankreich und später von Schottland zu gewissen Zeiten nicht eben tugendhaft. Es ist auch im Prinzip nicht zu bestreiten, dass sie, um ihren Anspruch auf den englischen Thron durchzusetzen, zu fast allen Mitteln griff.
Zumal sie sich durch die Gefangennahme ins Unrecht gesetzt sah.
Hier der Blick aus Bolton Castle, North Yorkshire, einer Burg, auf der sie ein Jahr lang gefangen war:

So, wer nun aber noch mehr verstehen will, der versuche doch mal die folgenden Fragen zu beantworten oder die eigenen Lösungen mit diesen Lösungen zu vergleichen
Die Lösungen zu den Fragen:
1. Was bedeutet dies: „und weiß ich, ob nicht eine schnelle Hand des Kummers langsames Geschäft beschleunigt?“ (Z.197)
Maria spielt hier auf den (später sich bewahrheitenden)Verdacht an, sie könnte ermordet werden. Der Ausdruck „eine schnelle Hand“ ist ein stellvertretender Ausdruck für „die schnelle Hand eines Meuchelmörders“ Ausdrücke dieser Art, in denen ein Teil für das ganze steht, nennt man Metonymie. Beachte auch den Gegensatz „schnelle Hand“ „langsamer Kummer“
2. Maria sagt: „Weiß ich doch, was Englands Königin wagen darf zu tun?“ (Z. 245 Ende zweiter Auftritt)
Was darf Englands Königin zum Beispiel nicht wagen zu tun, nach Marias Einschätzung?
Sie darf es nicht wagen, das vom Parlament ausgesprochene Urteil zu unterzeichnen und es vollstrecken zu lassen. Das meint Maria jedenfalls – und wir wissen, dass sie sich täuscht. Die Vorstellung, dass eine Königin eine andere ermorden lässt (oder ein König einen anderen) ist allen Menschen in dieser Zeit völlig normal, aber dass eine Königin mit dem Anschein des Rechtes, das aus einem Parlament kommt, sich über eine andere stellt, wäre neu in der Geschichte und verletzt, nach Maria Einschätzung, die Majestät aller Königinnen und Könige; diese Majestätsverletzung darf Elisabeth nicht wagen, denn damit würde sie ihre eigene Majestät beschädigen.
3. Es ist soviel von einem Oheim die Rede, was ist ein Oheim ? Wer ist der Oheim Mortimers, wer ist der Oheim Marias, von dem am Beginn des 6. Auftritts die Rede ist?
„Oheim“ ist die deutsche Entsprechung zu dem aus dem Französischen kommenden Wort „Onkel“, seine Kinder nennt man „Vetter“ und „Base“. Wie heißt die Tante? "Muhme".
Der Onkel Mortimers ist natürlich Paulet und der Onkel Marias ist der Schreiber des Briefes der Cardinal de Guise, Marias Mutter ist die Schwester dieses Kirchenürsten, der zu den reichsten und mächtigsten Frankreichs gehörte – deshalb konnte Maria auch an den französischen Thronfolger verheiratet werden.
4. Warum ist der Tag, mit dem das Drama anfängt, ein besonderer Tag für Maria Stuart
(vgl. 4. Auftritt)
Es ist der Jahrestag, an dem sie zuließ, dass ihr Gatte Darnley durch ihren neuen Liebhaber, den sie dann heiratete, ermordet wurde. Zwar war er schon krank und litt an der Geschlechtskrankheit Syphilis, aber es war trotzdem nicht fein, ihm die Kehle umzudrehen, ihn zu erwürgen und das Haus, in dem er lebte, in die Luft zu sprengen. Das tat man wahrscheinlich, um das Verbrechen zu vertuschen, hatte aber dabei übersehen, dass eine Explosion die Dinge auseinander treibt und nicht zerstört und so fand man die Leiche des toten Darnley denn auch erwürgt im Garten.
5. „schickt keines Messdieners Glocke, kein Hochwürdiges in Priesters Hand zur Gruft (Z. 289) auf was beziehen sich die Ausdrücke „Glocke“ und „Hochwürdiges“?
Der Höhepunkt im katholischen Gottesdienst ist die Wandlung der Hostie, des geweihten Brotes des heiligen Abendmahls, in „den Leib Christi“. Fromme Katholiken glauben daran, dass diese Hostie in dem Augenblick des Gottesdienstes wirklich und tatsächlich, der Leib Gottes ist, nicht nur symbolisch; darum das „Hochwürdige“. Diese nur metaphysisch (übersinnlich, außerweltlich) zu verstehende Wandlung wird im Gottesdienst durch das Läuten einer kleinen Glocke angezeigt.
6. Auf wen und auf welchen Sachverhalt bezieht sich der Ausdruck (Z.299) „den Eure Liebe aus Dunkelheit, wie eine Götterhand, hervorgezogen“?
Darnley ist natürlich ein Adliger, sogar einer recht hohen Stufe, aber er ist natürlich keineswegs auf derselben Adelsstufe wie der erste Mann Marias.
7. Was heißt: „Euren König wollt er spielen?“ (Z.316)
Darnley, der sozusagen der Prinz Philipp der Maria Stuart war, konnte sich mit dieser eher dekorative Rolle nicht zufrieden geben und strebte selbst Königswürde und Herrschaft an.
8. Wer ist „Rizzio“?
Ja, das wisst ihr, er ist der, den Darnley vor den Augen seiner Frau ermorden ließ. War das nötig? Was war an diesem Rizzio, dass man ihn töten musste.
Wie der Name sagt, war Rizzio italienischer Herkunft und war zur wichtigsten Bezugsperson Marias geworden. Man muss sich nämlich vorstellen: Maria verlässt im Alter von 5 Jahren Schottland und wird in Frankreich erzogen zu einer Rolle als Königin. Maria lernt nicht nur sehr schnell und sehr perfekt Französisch, Italienisch, Latein und Griechisch, sie ist auch musikalisch und dichterisch sehr begabt und sehr interessiert an allen schönen Dingen der Kunst, die zu dieser Zeit vornehmlich aus Italien kam. Die Mutter des Nachfolgers ihres Mannes François II war Italienerin, nämlich die berühmte und berüchtigte Maria de Medici (die den Mord an den französischen Protestanten, den Hugenotten in der Bartholomäusnacht zu verantworten hatte) Diese italienisch-französische Kultur vermisste Maria in Schottland natürlich sehr schmerzlich, die Adligen um sie herum waren nicht sehr kultiviert, verstanden nichts von Sprachen, Dichtung und Musik sondern aßen Hägis und tranken viel und übten sich in Kraftsport und Männerintrigen. Wenn sie den Sänger Rizzio singen hörten, „ging ihnen das Messer in der Tasche auf“ – und dieser Mann hatte (wahrscheinlich als einziger) das Vertrauen der König, ein Ausländer und Schlappschwanz. Grund genug, ihn umzubringen oder?
9. Wie erklärt sich Kennedy, dass Maria Stuart dem „unglückseligen Bothwell“ verfiel?
Wie sieht Maria Stuart das selbst?
Wenn Darnley schon nicht sehr kultiviert war, dann war es dieser Bothwell um so weniger, aber er versprach Stärke und unbezweifelbare männliche Entschiedenheit und Bedenkenlosigkeit. Kennedy kann sich nicht vorstellen, dass ihre kultivierte Lady von sich aus diesen Kerl attraktiv finden konnte, für sie ist klar, dass Bothwell durch Hexenkünste einen bösen Zauber auf Maria ausgeübt hat.
Maria erkennt im Nachhinein deutlich, dass sie (wahrscheinlich unter dem Eindruck von ihrem Mann Darnley verraten worden zu sein) sich zu dieser Zeit sehr schwach fühlte, allein gelassen ohne wirkliche Freunde, und Bothwell war ein Kerl, Abenteurer, weltläufiger aber auch skrupelloser, waffenkundiger Mann.(s.unten)
10. Wie lautet der volle Name für „Bothwell“
Wer englisch lesen kann findet hier ausführliche Informationen
http://www.rampantscotland.com/famous/blfambothwell.htm


Die Antwort lautet James Hepburn IV Earl of Bothwell. Obwohl er selbst Protestant war, diente er schon Marias Mutter als Botschafter in Frankreich und war auch vom Tage der Ankunft in Schottlands Marias Berater. Nach dem letzten verlorenen Kampf für Maria floh er über die Orkneys, zu deren Herzog er kurz vorher ernannt worden war, nach Norwegen, um dort eine neues Heer für Maria zusammenzustellen, er wurde aber nach Dänemark ausgeliefert, wo er vor einigen Jahren eine junge Frau aus sehr gutem Hause und mit reichlicher Mitgift geheiratet und kurz danach in Holland hatte sitzen lassen. So einer!
11. Mit welchem rechtlichen Argument kann Kennedy (Z. 374/375) behaupten: „Nicht Elisabeth nicht Englands Parlament ist Euer Richter?“
In einer aristokratischen Gesellschaft, in der der Adel herrscht, können Adlige immer nur von ihresgleichen in Strafprozessen verurteilt werden (wenn es denn überhaupt zu Strafprozessen kam!) Herzöge können nicht von einem Gericht verurteilt werden, das aus Grafen besteht und so können Könige auch nur von einem Gericht verurteilt werden, das potentiell aus Königen oder jedenfalls Adligen, die Königen ebenbürtig (von gleicher hoher Geburt=ebenbürtig) sind. Das Gericht, das das Todesurteil über Maria sprach, war keines der „peers“, die englische entsprechung zu diesem Wort.
12. Im sechsten Auftritt schildert Mortimer seine Wandlung zum Katholiken (z.410 bis 459)
Wie stellt er die protestantische Religion dar, wie die katholische? Gebe pro Konfession 3 Merkmale, die du kurz erläuterst.
Protestantismus:
1. Es gibt „dumpfe Predigtstuben“
Darin zeigt sich dass der Protestantismus auf die Predigt großen Wert legt, die auch in Häusern (nicht nur in Kirchen) praktiziert wird
2. auch das Buch, auf das sich dort alles bezieht ist eben nur ein „dumpfes Buch“ (Z.457) auch wenn es heilige Texte enthält.
3. „der Sinne Reiz, kein Abbild dulden sie“
die Puritaner verachten die bildliche Darstellung und die Schönheit der Kunst, die Religion soll sich auf daas Wort und nur auf das Wort (der Bibel) verlassen. Luther sagt: „scriptura, sola scriptura“)
4. es gibt kein „Oberhaupt der Kirche“ keinen Papst, keinen heiligen Vater (Papa >Pabst)
5. die Protestanten halten viele Traditionen und Lehren der Kirche für falsch.
Demgegenüber ist der katholische Glaube
1. nicht nur in den Räumen der Kirche, sondern auch in der Stadt und auf Wallfahrten durch eine menge von Gläubigen mit gleichen Ziel zu erfahren.
Z.420 Bekränzt war jedes Gottesbild...bis ergriff der Strom der glaubensvollen Menge
2. „grübelnde Vernunft“ leitet das „Herrz in die Irre“, die Augen des Menschen „müssen sehen, was sie glauben sollen“ (Z.477)
3. alles in der katholischen Kirche ist Prachtentfaltung zum Ruhme Gottes und seiner Kirche
„und der Gestalten Fülle verschwenderisch aus wand und Decke quoll“ (Z. 436)
4.&5. Z. 480: „ das Herz soll glauben, dass ein sichtbar Haupt der Kirche not tut, dass der Geist der Wahrheit geruht hat auf den Sitzungen der Väter“ Was die kirchliche Gemeinschaft seit Petrus unter Glauben verstanden hat, das soll auch die Wahrheit heute sein, Tradition ist wichtiger als moderne Rationalität. Und das Haupt der Kirche, die Nachfolger Petri (des Petrus) sollen diese Glaubenskontinuität sicht bar machen.
Wednesday, September 28, 2005
Funktionen des Rechts
Heute erwarte ich eine größere Lieferung von Fragen zu dem Thema "Funktionen des Rechts".
Da es sich um das Semesterthema "Recht und Gerechtigkeit" handelt, ist es wohl sinnvoll, hier noch ein paar Informationen nachzuschieben.
Unter der folgenden Adresse findet ihr den größten Teil des Inhaltes dieses Halbjahres zusammengefasst:
http://bebis.cidsnet.de/weiterbildung/sps/allgemein/bausteine/rechtsstaat/thesrecht.htm"
Wenn ihr den dort angegebenen links zu dem Begriff "Legalität, Legitimität, Loyalität" folgt (das wäre zunächst nicht Thema!), findet ihr auf der Seite einen link auf den Begriff "Naturrecht".Dadurch kommt ihr auch gleich zu dem nächsten Thema, das ich euch für die nächste Woche stellen werde und das ihr in eurem Buch findet.
Das Thema Recht und Gesetz wird ja von vielen Seiten bearbeitet und viele Seiten stellen hervorragendes Material zur Verfügung:
http://www.bund.de/nn_3488/Microsites/Deutsche-Demokratie/Rechtsprechung/Funktionen-des-Rechts/Funktionen-des-Rechts-knoten.html__nnn=true
Wer sich umfassender informieren will, findet hier eine vorzügliche und dennoch für Normalmenschen gut lesbare Zusammenfassung über die verschiedensten Aspekte des Rechtes:
http://www.stmuk.bayern.de/blz/web/120007/120007-01.html#01
Wer diese links nicht nur anklickt, sondern auch das eine oder andere davon versteht, für den wird das Thema ein ganzes Stück durchsichtiger.
Da es sich um das Semesterthema "Recht und Gerechtigkeit" handelt, ist es wohl sinnvoll, hier noch ein paar Informationen nachzuschieben.
Unter der folgenden Adresse findet ihr den größten Teil des Inhaltes dieses Halbjahres zusammengefasst:
http://bebis.cidsnet.de/weiterbildung/sps/allgemein/bausteine/rechtsstaat/thesrecht.htm"
Wenn ihr den dort angegebenen links zu dem Begriff "Legalität, Legitimität, Loyalität" folgt (das wäre zunächst nicht Thema!), findet ihr auf der Seite einen link auf den Begriff "Naturrecht".Dadurch kommt ihr auch gleich zu dem nächsten Thema, das ich euch für die nächste Woche stellen werde und das ihr in eurem Buch findet.
Das Thema Recht und Gesetz wird ja von vielen Seiten bearbeitet und viele Seiten stellen hervorragendes Material zur Verfügung:
http://www.bund.de/nn_3488/Microsites/Deutsche-Demokratie/Rechtsprechung/Funktionen-des-Rechts/Funktionen-des-Rechts-knoten.html__nnn=true
Wer sich umfassender informieren will, findet hier eine vorzügliche und dennoch für Normalmenschen gut lesbare Zusammenfassung über die verschiedensten Aspekte des Rechtes:
http://www.stmuk.bayern.de/blz/web/120007/120007-01.html#01
Wer diese links nicht nur anklickt, sondern auch das eine oder andere davon versteht, für den wird das Thema ein ganzes Stück durchsichtiger.
Tuesday, September 27, 2005
Woyzeck
In meiner Schulzeit gehörte Büchner noch nicht zu dem gymnasialen Pflichtprogramm, wir lasen eigentlich nur "erbauliche" Texte, in denen abstrakte Fragen der Menschheit besprochen wurden.Meine erste Begegnung mit Büchner war deshalb wie eine Offenbarung: hier schrieb einer über etwas, das ganz augenscheinlich real war wie das Leben.Die Sprache selbstdieses Autors war für mich voller verhaltener Kraft und zugleich glatt und eingängig zu lesen.
Wer heute mit dem "Woyzeck" beginnt sich mit Büchner auseinanderzusetzen wird vielleicht zuerst abgeschreckt durch die Zusammenhanglosigkeit der Szenen und durch manches Rätselhafte, das sich so leicht aus dem Text nicht erschließen lässt.
Für die gestellte Aufgabe, den Inhalt anzugeben, hier ein link, der gute Szenenzusammenfasungen bietet
http://www.xlibris.de/Autoren/Buechner/Buechner-Kurzinhalte/Woyzeck.htm
oder etwas ausführlicher
http://cornelia.siteware.ch/literatur/litzusammenfassungen/Woyzeck.html
Wer wissen möchte, welches Ereignis dem Drama zu Grunde liegt, findet hier gute Information:
http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Buechner/woyzeck.htm
So, da ist erstmal genug zu sehen und zu lesen – das ist nämlich gemeint: vom Anklicken allein lernt man nichts, man muss schon bestimmte Informationen aus diesen Seiten für sich sichern. Das geht am besten, wenn man sich dazu Notizen macht, handschriftlich in das Deutsch-Heft.
Wenn sich niemand traut, hier einen Kommentar dazuzuschreiben, weiß ich nicht ob das überhaupt jemand liest, dann kann ichs ja auch lassen, gell?
Hier kommt jetzt noch der neueste link, der zu einer germanistischen Arbeit führt, aus der man mancherlei lernen kann zu den Figuren Doktor und Hauptmann.
http://www.laurenthaas.de/Germanistik/Woyzeck.html
Wer heute mit dem "Woyzeck" beginnt sich mit Büchner auseinanderzusetzen wird vielleicht zuerst abgeschreckt durch die Zusammenhanglosigkeit der Szenen und durch manches Rätselhafte, das sich so leicht aus dem Text nicht erschließen lässt.
Für die gestellte Aufgabe, den Inhalt anzugeben, hier ein link, der gute Szenenzusammenfasungen bietet
http://www.xlibris.de/Autoren/Buechner/Buechner-Kurzinhalte/Woyzeck.htm
oder etwas ausführlicher
http://cornelia.siteware.ch/literatur/litzusammenfassungen/Woyzeck.html
Wer wissen möchte, welches Ereignis dem Drama zu Grunde liegt, findet hier gute Information:
http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Buechner/woyzeck.htm
So, da ist erstmal genug zu sehen und zu lesen – das ist nämlich gemeint: vom Anklicken allein lernt man nichts, man muss schon bestimmte Informationen aus diesen Seiten für sich sichern. Das geht am besten, wenn man sich dazu Notizen macht, handschriftlich in das Deutsch-Heft.
Wenn sich niemand traut, hier einen Kommentar dazuzuschreiben, weiß ich nicht ob das überhaupt jemand liest, dann kann ichs ja auch lassen, gell?
Hier kommt jetzt noch der neueste link, der zu einer germanistischen Arbeit führt, aus der man mancherlei lernen kann zu den Figuren Doktor und Hauptmann.
http://www.laurenthaas.de/Germanistik/Woyzeck.html
Sunday, September 25, 2005
Schillers Glocke
Ja, das ist wohl einer der bekannstesten Texte der deutschen Literatur – und nicht umsonst: er enthält die Lebensphilosophie der bedeutendsten Epoche der deutschen Geschichte, der Weimarer Klassik.
Aber das eine ist es,den text zu lesen, das andere, ihn zu verstehen.
Hier kommen zunächst die Aufgaben:
Das Gedicht "Die Glocke" von Friedrich Schiller ist in sehr poetischer Sprache geschrieben, nicht alle Ausdrücke sind unmittelbar verständlich.
Hier können Sie testen, wie sicher Sie im Erkennen der literarischen Bedeutung sind.
Arbeiten sie bitte und auf jeden Fall zuerst für sich alleindie Fragen durch und unterstreichen Sie die richtige Lösung.
Vergleichen Sie erst dann in einem zweiten Schritt die Lösungen im Kurs.
Beantworten Sie sich am Ende der Auswertung die Fragen:
Wieviele Fragen habe ich richtig beantwortet?
12 11 10 8 6 4
Die richtigen Lösungen...
....habe ich gleich verstanden - konnte ich mir schnell erklären - ist mir erklärt worden - habe ich auch bis jetzt nicht alle ver
standen
Wie schwer war die Aufgabe für mich?
sehr leicht eigentlich leicht nicht schwer mittelschwer schwierig
Die Aufgaben
1.
Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängnis bringt,
Welche Umschreibung ist hier die treffende:
die wechselnden Verhältnisse – das mitleidlose Sckicksal - der unbestimmte Zufall - das zufällige Schicksal
2.
Das Schönste sucht er auf den Fluren,
Womit er seine Liebe schmückt.
Welche Umschreibung ist hier die treffende:
die Naturschönheit - die schönsten Frauen - Blüten und Blumen - schöne Dinge aus der Wohnung
3.
Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
Dieses Stäbchen tauch ich ein,
Sehn wir's überglast erscheinen,
Wird's zum Gusse zeitig sein.
Welche Umschreibung ist hier die treffende:
unsere Pfeifen sind ausgeraucht - die Abzugsrohre des Gussgefäßes verfärben sich - der Lehrling, die alte Pfeife hat das Gesicht zu dicht ans Feuer gehalten - eh, ist nur ein Joke!
4.
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reißt der schöne Wahn entzwei.
Warum zerreißt der Gürtel?
Er ist ein Bild für das Band der Ehe - er ist eine Metapher für das Entkleiden vor dem Beischlaf - das Bild weist auf die Sitte hin, den Gürtel des Brautkleides unter die Hochzeitsgäste zu werfen (heute: der Brautkranz) - der Gürtel hat den Wahn zusammengehalten
5.
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
Der reinlich geglättete Schrein ist:
der Hausaltar,den die Mutter versorgt - das, was heute das Bügelbrett ist - der mit Papier ausgelegte Schrank - die Wäschetruhe
6.
Ach! es ist die treue Mutter,
Die der schwarze Fürst der Schatten
Wegführt aus dem Arm des Gatten,
Dieser Ausdruck bezieht sich:
auf die mittelalterliche Vorstellung des Todes - die dämonologische Vorstellung des Todes - die antike Vorstellung des Todes -
auf die Vorstellung des Todes als Beauftragten Gottes
7.
Ach! des Hauses zarte Bande
Sind gelöst auf immerdar,
der treffendtse Ausdruck ist:
die zärtliche Gemeinschaft im Haus - die innerliche Verbindung der Kinder zum Elternhaus - die liebevollen Beziehungen der Geschwister untereinander und zu den anderen Hausbewohnern - Die pastellfarbenen Bändern, mit denen die Wäsche zusammengehalten wurde
8.
Durch der Hände lange Kette
Um die Wette
Fliegt der Eimer,
Was geschieht hier:
die Menschen halten sich an den Händen - sie wetten darum, wohin der Eimer fliegt - die Menschen bilden eine Eimerkette - die Menschen wetteifern miteiander, wer schneller den Eimer befördert
9.
Dem dunklen Schoß der heilgen Erde
Vertrauen wir der Hände Tat,
dieser Ausdruck
bezieht sich hier nur auf die Glockenform - meint die allgemeine Tätigkeit des Menschen mit Erde umzugehen - bezieht sich auf das religöse Verhältnis des Menschen zur Erde - steht für die Erdgebundenheit des Menschen
10.
Heilge Ordnung, segensreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
gemeint ist,
dass der Mensch vor allem Ordnung halten soll - dass die Ordnung der gesellschaftlichen Zustände unveränderbar ist -
dass die Sauberkeit und Ordnung Nutzen bringt - dass es eine von Gott gesandte Kraft gibt, die die Menschen zusammenhält
11.
Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
dieses Bild umschreibt
den typischen Zickenkrieg, wenn Frauen sich untereinander streiten - den Kampf der Geschlechter im Gegensatz zu der "züchtigen Hausfrau" - die Zuschauerinnen der Hinrichtungen während der französischen Revolution - die Schreckensvision der Frauenemanzipation
12.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
gemeint ist hier:
die Kraft der elektrischen Energie - die Errungenschaften der Aufklärung - die Erleuchtung durch Gottes Wort - der Blitz, der aus der "Wolke ohne Wahl" zuckt
zu den richtigen Lösungen:
1.
das zufällige Schicksal ist richtig.
Schiller glaubt an ein Schicksal, das dem Menschen auferlegt wird, das aber nicht von Gott selbst bestimmt wird, sondern durch eine dem Schicksal innewohnende Willkür
2.
Blüten und Blumen
Das ist ja eine relativ einfache Lösung; die Flure sind natürlich die Wiesen nund Weiden und nicht die Flure einer Wohnung
3.
Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
Gut,die Lösung, dass es sich um Lüftungsrohre des Gussgefäßes handelt, liegt hier wirklich nahe, nähere Auskunft, was das Faktische angeht, wohl verlässlich unter
http://www.lebensstufen.de/Index-Rest/Gedichte/gedichte_01.htm
4. er ist eine Metapher für das Entkleiden vor dem Beischlaf
Schiller orientiert sich hier an einem klassisch-antiken Kleidungsstück, das nur durch einen Gürtel zusammengehalten wird, wird dieser gelöst, ist die entsprechende Person schon quasi nackt. Dass hier das Wort "zerreißt" gebraucht wird, soll wohl über die implizite Bedeutung "gewaltsam" auf auf eine gewisse Leidenschaftlichkeit hinweisen.
5.
der mit Papier ausgelegte Schrank
Es handelt sich auf jeden Fall um einen Schrank, dabei bin ich mir mit dem Papier nicht ganz sicher; vielleicht meint Schiller auch einfach ein gut abgeschliffenes Brett im Schrank, oder er überträgt die Wörter "reinlich" und "geglättet", die sich eigentlich für die Wäsche selbst anbieten, auf den Schrank und verschmilzt auf diese Weise verschiedene Bedeutungsbereiche
6.
die antike Vorstellung des Todes
Auch in den Begriffen, die mit Religiosität zu tun haben, orientiert sich Schiller eher an der Bildervorstellung der Antike. Während im Christentum der Tod gleich neben dem Teufel steht und den absoluten Gegenpol zu dem auferstandenen Eröser darstellt, ist in der Vorstellung der Antike der Fürst der Schatten komplementär (ergänzend) zu der Welt der lebenden Menschen zu denken, die nach dem Sterben als "Schatten" in der Unterwelt leben.
7. die liebevollen Beziehungen der Geschwister untereinander und zu den anderen Hausbewohnern
Wie sich schon oben in dem Gedicht gezeigt hat, wird die Frau als Herrscherin des Hauses angesehen, das sie unabhängig von den Einsprüchen ihres Mannes verwaltet. "Das Haus" ist aber mehr als das Einfamilienhäuschen der modernen Zeiten, nämlich eine Lebensgemeinschaft von vielen Menschen: nicht nur die Familienangehörigen verschiedenster generationen gehören dazu sondern auch Dienstboten und Gesinde (manchmal in beträchtlichem Ausmaß), die - modern gesprochen - unter der Personalleitung der Hausherrin stehen. "des Hauses zarte Bande" sind das Ergebnis klugen Persnalmanagements.
8.die Menschen wetteifern miteiander, wer schneller den Eimer befördert
Natürlich ist auch das eine Eimerkette, besser gesagt, Schiller zeigt uns zwei parallele Eimerketten. Man darf nicht vergessen, dass leistungsfähige Pumpen für die Feuerwehr zur Zeit von Schiller noch nicht existierten, der schnelle Transport von Wasser konnte nur durch das Weiterreichen von Eimern bewerkstelligt werden.
9.
bezieht sich auf das religöse Verhältnis des Menschen zur Erde
Das ergibt sich aus den folgenden Zeilen, in denen eine Parallele hergestellt wird zu dem Saatgut und der Totenbeisetzung. Der Erde wird dadurch eine quasi-religiöse Erneuerungskraft zugeschrieben.
10.
dass es eine von Gott gesandte Kraft gibt, die die Menschen zusammenhält
Allerdings ist an dem Lösungsvorschlag "dass die Ordnung der gesellschaftlichen Zustände unveränderbar ist" richtig, dass unter dem Begriff der "Ordnung" die gesellschaftliche Ordnung gemeint ist, wie im lateinischen Ursprungswort ordo, ordinis und wie er heute noch in dem Wort "Ordnungspolitik" gebräuchlich ist. Schiller sieht die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit als eine von höheren Mächten gewollte Struktur an, gegen die der Mensch nicht ankämpfen sollte.
11.
die Zuschauerinnen der Hinrichtungen während der französischen Revolution
Wie viele andere deutsche Intellektuelle war auch Schiller von der französischen Revolution zunächst begeistert, stellte sie doch in gewisser Hinsicht den Triumph der Aufklärung über eine abgelebte und geistig bornierte Herrschaft dar. Durch den Terror der Jakobiner, der die Bevölkerung Frankreichs durch blutige Hinrichtungen zu bürgerlichen Tugenden zwingen wollte, wurden er und viele andere aber abgestoßen. Dabei war es insbesondere das Publikum der Hinrichtungen, das die moralische Verderbtheit des Terrors augenfällig machte und unter dem Publikum vor allem Frauen, die z.T. Stammgäste waren und die Hinrichtungen mit zynischen und obszönen Bemerkungen begleiteten und dabei Strümpfe strickten.
12.
die Errungenschaften der Aufklärung
In Darstellungen aus dem 18. Jht. wird die Aufklärung fast ausschließlich als ein weiblicher Genius dargestellt, der den Menschen Licht in Form einer Fackle bringt. Ein Genius wird ja wie die Musen als ein Wesen zwischen Göttlichem und Irdischem angesehen.
Aber das eine ist es,den text zu lesen, das andere, ihn zu verstehen.
Hier kommen zunächst die Aufgaben:
Das Gedicht "Die Glocke" von Friedrich Schiller ist in sehr poetischer Sprache geschrieben, nicht alle Ausdrücke sind unmittelbar verständlich.
Hier können Sie testen, wie sicher Sie im Erkennen der literarischen Bedeutung sind.
Arbeiten sie bitte und auf jeden Fall zuerst für sich alleindie Fragen durch und unterstreichen Sie die richtige Lösung.
Vergleichen Sie erst dann in einem zweiten Schritt die Lösungen im Kurs.
Beantworten Sie sich am Ende der Auswertung die Fragen:
Wieviele Fragen habe ich richtig beantwortet?
12 11 10 8 6 4
Die richtigen Lösungen...
....habe ich gleich verstanden - konnte ich mir schnell erklären - ist mir erklärt worden - habe ich auch bis jetzt nicht alle ver
standen
Wie schwer war die Aufgabe für mich?
sehr leicht eigentlich leicht nicht schwer mittelschwer schwierig
Die Aufgaben
1.
Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängnis bringt,
Welche Umschreibung ist hier die treffende:
die wechselnden Verhältnisse – das mitleidlose Sckicksal - der unbestimmte Zufall - das zufällige Schicksal
2.
Das Schönste sucht er auf den Fluren,
Womit er seine Liebe schmückt.
Welche Umschreibung ist hier die treffende:
die Naturschönheit - die schönsten Frauen - Blüten und Blumen - schöne Dinge aus der Wohnung
3.
Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
Dieses Stäbchen tauch ich ein,
Sehn wir's überglast erscheinen,
Wird's zum Gusse zeitig sein.
Welche Umschreibung ist hier die treffende:
unsere Pfeifen sind ausgeraucht - die Abzugsrohre des Gussgefäßes verfärben sich - der Lehrling, die alte Pfeife hat das Gesicht zu dicht ans Feuer gehalten - eh, ist nur ein Joke!
4.
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reißt der schöne Wahn entzwei.
Warum zerreißt der Gürtel?
Er ist ein Bild für das Band der Ehe - er ist eine Metapher für das Entkleiden vor dem Beischlaf - das Bild weist auf die Sitte hin, den Gürtel des Brautkleides unter die Hochzeitsgäste zu werfen (heute: der Brautkranz) - der Gürtel hat den Wahn zusammengehalten
5.
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
Der reinlich geglättete Schrein ist:
der Hausaltar,den die Mutter versorgt - das, was heute das Bügelbrett ist - der mit Papier ausgelegte Schrank - die Wäschetruhe
6.
Ach! es ist die treue Mutter,
Die der schwarze Fürst der Schatten
Wegführt aus dem Arm des Gatten,
Dieser Ausdruck bezieht sich:
auf die mittelalterliche Vorstellung des Todes - die dämonologische Vorstellung des Todes - die antike Vorstellung des Todes -
auf die Vorstellung des Todes als Beauftragten Gottes
7.
Ach! des Hauses zarte Bande
Sind gelöst auf immerdar,
der treffendtse Ausdruck ist:
die zärtliche Gemeinschaft im Haus - die innerliche Verbindung der Kinder zum Elternhaus - die liebevollen Beziehungen der Geschwister untereinander und zu den anderen Hausbewohnern - Die pastellfarbenen Bändern, mit denen die Wäsche zusammengehalten wurde
8.
Durch der Hände lange Kette
Um die Wette
Fliegt der Eimer,
Was geschieht hier:
die Menschen halten sich an den Händen - sie wetten darum, wohin der Eimer fliegt - die Menschen bilden eine Eimerkette - die Menschen wetteifern miteiander, wer schneller den Eimer befördert
9.
Dem dunklen Schoß der heilgen Erde
Vertrauen wir der Hände Tat,
dieser Ausdruck
bezieht sich hier nur auf die Glockenform - meint die allgemeine Tätigkeit des Menschen mit Erde umzugehen - bezieht sich auf das religöse Verhältnis des Menschen zur Erde - steht für die Erdgebundenheit des Menschen
10.
Heilge Ordnung, segensreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
gemeint ist,
dass der Mensch vor allem Ordnung halten soll - dass die Ordnung der gesellschaftlichen Zustände unveränderbar ist -
dass die Sauberkeit und Ordnung Nutzen bringt - dass es eine von Gott gesandte Kraft gibt, die die Menschen zusammenhält
11.
Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
dieses Bild umschreibt
den typischen Zickenkrieg, wenn Frauen sich untereinander streiten - den Kampf der Geschlechter im Gegensatz zu der "züchtigen Hausfrau" - die Zuschauerinnen der Hinrichtungen während der französischen Revolution - die Schreckensvision der Frauenemanzipation
12.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
gemeint ist hier:
die Kraft der elektrischen Energie - die Errungenschaften der Aufklärung - die Erleuchtung durch Gottes Wort - der Blitz, der aus der "Wolke ohne Wahl" zuckt
zu den richtigen Lösungen:
1.
das zufällige Schicksal ist richtig.
Schiller glaubt an ein Schicksal, das dem Menschen auferlegt wird, das aber nicht von Gott selbst bestimmt wird, sondern durch eine dem Schicksal innewohnende Willkür
2.
Blüten und Blumen
Das ist ja eine relativ einfache Lösung; die Flure sind natürlich die Wiesen nund Weiden und nicht die Flure einer Wohnung
3.
Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
Gut,die Lösung, dass es sich um Lüftungsrohre des Gussgefäßes handelt, liegt hier wirklich nahe, nähere Auskunft, was das Faktische angeht, wohl verlässlich unter
http://www.lebensstufen.de/Index-Rest/Gedichte/gedichte_01.htm
4. er ist eine Metapher für das Entkleiden vor dem Beischlaf
Schiller orientiert sich hier an einem klassisch-antiken Kleidungsstück, das nur durch einen Gürtel zusammengehalten wird, wird dieser gelöst, ist die entsprechende Person schon quasi nackt. Dass hier das Wort "zerreißt" gebraucht wird, soll wohl über die implizite Bedeutung "gewaltsam" auf auf eine gewisse Leidenschaftlichkeit hinweisen.
5.
der mit Papier ausgelegte Schrank
Es handelt sich auf jeden Fall um einen Schrank, dabei bin ich mir mit dem Papier nicht ganz sicher; vielleicht meint Schiller auch einfach ein gut abgeschliffenes Brett im Schrank, oder er überträgt die Wörter "reinlich" und "geglättet", die sich eigentlich für die Wäsche selbst anbieten, auf den Schrank und verschmilzt auf diese Weise verschiedene Bedeutungsbereiche
6.
die antike Vorstellung des Todes
Auch in den Begriffen, die mit Religiosität zu tun haben, orientiert sich Schiller eher an der Bildervorstellung der Antike. Während im Christentum der Tod gleich neben dem Teufel steht und den absoluten Gegenpol zu dem auferstandenen Eröser darstellt, ist in der Vorstellung der Antike der Fürst der Schatten komplementär (ergänzend) zu der Welt der lebenden Menschen zu denken, die nach dem Sterben als "Schatten" in der Unterwelt leben.
7. die liebevollen Beziehungen der Geschwister untereinander und zu den anderen Hausbewohnern
Wie sich schon oben in dem Gedicht gezeigt hat, wird die Frau als Herrscherin des Hauses angesehen, das sie unabhängig von den Einsprüchen ihres Mannes verwaltet. "Das Haus" ist aber mehr als das Einfamilienhäuschen der modernen Zeiten, nämlich eine Lebensgemeinschaft von vielen Menschen: nicht nur die Familienangehörigen verschiedenster generationen gehören dazu sondern auch Dienstboten und Gesinde (manchmal in beträchtlichem Ausmaß), die - modern gesprochen - unter der Personalleitung der Hausherrin stehen. "des Hauses zarte Bande" sind das Ergebnis klugen Persnalmanagements.
8.die Menschen wetteifern miteiander, wer schneller den Eimer befördert
Natürlich ist auch das eine Eimerkette, besser gesagt, Schiller zeigt uns zwei parallele Eimerketten. Man darf nicht vergessen, dass leistungsfähige Pumpen für die Feuerwehr zur Zeit von Schiller noch nicht existierten, der schnelle Transport von Wasser konnte nur durch das Weiterreichen von Eimern bewerkstelligt werden.
9.
bezieht sich auf das religöse Verhältnis des Menschen zur Erde
Das ergibt sich aus den folgenden Zeilen, in denen eine Parallele hergestellt wird zu dem Saatgut und der Totenbeisetzung. Der Erde wird dadurch eine quasi-religiöse Erneuerungskraft zugeschrieben.
10.
dass es eine von Gott gesandte Kraft gibt, die die Menschen zusammenhält
Allerdings ist an dem Lösungsvorschlag "dass die Ordnung der gesellschaftlichen Zustände unveränderbar ist" richtig, dass unter dem Begriff der "Ordnung" die gesellschaftliche Ordnung gemeint ist, wie im lateinischen Ursprungswort ordo, ordinis und wie er heute noch in dem Wort "Ordnungspolitik" gebräuchlich ist. Schiller sieht die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit als eine von höheren Mächten gewollte Struktur an, gegen die der Mensch nicht ankämpfen sollte.
11.
die Zuschauerinnen der Hinrichtungen während der französischen Revolution
Wie viele andere deutsche Intellektuelle war auch Schiller von der französischen Revolution zunächst begeistert, stellte sie doch in gewisser Hinsicht den Triumph der Aufklärung über eine abgelebte und geistig bornierte Herrschaft dar. Durch den Terror der Jakobiner, der die Bevölkerung Frankreichs durch blutige Hinrichtungen zu bürgerlichen Tugenden zwingen wollte, wurden er und viele andere aber abgestoßen. Dabei war es insbesondere das Publikum der Hinrichtungen, das die moralische Verderbtheit des Terrors augenfällig machte und unter dem Publikum vor allem Frauen, die z.T. Stammgäste waren und die Hinrichtungen mit zynischen und obszönen Bemerkungen begleiteten und dabei Strümpfe strickten.
12.
die Errungenschaften der Aufklärung
In Darstellungen aus dem 18. Jht. wird die Aufklärung fast ausschließlich als ein weiblicher Genius dargestellt, der den Menschen Licht in Form einer Fackle bringt. Ein Genius wird ja wie die Musen als ein Wesen zwischen Göttlichem und Irdischem angesehen.
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